umweltbewusst und gesund Grillen

Mit der Familie oder mit Freunden zu Grillen ist eine feine Sache. Man kann gemeinsam Essen und es macht Spaß. Allerdings sollte man dabei ein paar Dinge beachten.

 

Man muss nicht immer gleich einen Grill kaufen. So ein Grill ist sperrig und an mehr als 300 Tagen im Jahr steht er nur herum und braucht Platz. Intelligenter ist es einen Grill zu leihen oder wenn man selbst einen Grill besitzt, diesen an die Nachbarn zu verleihen.

 

Die EU importiert etwa 75% ihrer benötigten Holzkohle. In Deutschland sind das pro Jahr etwa 250.000 Tonnen. Immer mehr davon stammt aus Afrika. Dort werden für unser Grillvergnügen die Regenwälder abgeholzt. Allein in Nigeria gehen jedes Jahr 410.000 ha verloren. Unter anderem hat der berühmte Virunga Nationalpark bereits jetzt mehr als 30 % seiner Fläche durch illegalen Holzeinschlag eingebüßt. Das Schlimmste ist, dass Kriminelle illegal hergestellte Holzkohle unter die legale Kohle mischen und diese hier in Europa verkaufen. Nach einer französischen Studie besteht 40 % aller hier verkauften Holzkohle aus illegalem Holzeinschlag. Polen hat sich zu einem der größten Importeure entwickelt. Dort wird die illegale Holzkohle jedoch nicht verbraucht. Sie wird dort nur umverpackt und als legale Holzkohle nach Deutschland verkauft. Für die Herstellung einer Tonne Holzkohle benötigt man etwa 10 Tonnen Holz

 

Ein Elektrogrill oder ein Gasgrill ist besser als ein Holzkohlegrill. Wenn sie aber trotzdem nicht auf ihren Holzkohlegrill verzichten wollen, dann achten sie beim Kauf ihrer Holzkohle wenigstens darauf dass ihre Holzkohle nicht importiert wurde, auf das FSC-Siegel und das PEFC-Siegel. Nur dann können sie sicher sein, dass das Holz nicht aus einem geschützten Regenwald stammt. Mit einem solchen Siegel stammt sie aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und nur dann enthält ihre Holzkohle auch kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoffe.

 

Holzkohle entwickelt eine Menge Feinstaub. Deshalb sollten sie auf keinen Fall in geschlossenen Räumen grillen und immer für gute Belüftung sorgen. Nachbarn fühlen sich schnell belästigt, wenn der Rauch in dicken Schwaden zu ihnen hinüber zieht. Stellen sie ihren Grill so auf, dass niemand beeinträchtigt wird. Bevor sie Streit mit den Nachbarn riskieren, laden sie diese doch lieber ein und essen sie gemeinsam mit ihnen.

 

Manche Menschen lieben es, wenn ihr Fleisch ein wenig angebrannt ist. Doch angebranntes Fleisch enthält Krebs erregende Stoffe. Sie entstehen wenn Fett in die heiße Glut tropft. Das lässt sich leicht vermeiden, wenn sie ihr Fleisch in einer Grillschale garen. Grillen sie nicht in Alufolie. Durch Säure und Salz kann Aluminium auf ihre Lebensmittel übergehen. Mit Zitronensaft gewürzter Fisch schmeckt fantastisch, aber eine zu hohe Aufnahme von Aluminium kann gesundheitsschädlich sein. Verwenden Sie wieder verwendbare Grillschalen aus Edelstahl, Keramik oder mit Emaillebeschichtung.

 

Verzichten sie auf Wegwerfgeschirr und nehmen sie lieber Mehrweggeschirr. Es sieht besser aus, dass Essen schmeckt besser und sie vermeiden unnötigen Müll.

 

Legen sie kein gepökeltes Fleisch und auch keine gepökelten Würstchen auf den Grill. Bei großer Hitze entstehen im Grillgut krebserregende Nitrosamine.

 

95 Prozent der Treibhausgase, die beim Grillen entstehen werden durch die Herstellung des Grillgutes, beziehungsweise durch den Transport und Verkauf verursacht. Es muss nicht immer nur Fleisch auf dem Grill liegen. Gegrilltes Gemüse schmeckt fantastisch und außerdem verbessert es die Ökobilanz erheblich.

 

Kalte Grillasche können sie im Restmüll oder in Maßen auch im Kompost entsorgen. Wer draußen in der Natur oder im Park grillt, der sollte seinen Müll natürlich wieder mitnehmen und nicht darauf hoffen, dass ihn schon irgendjemand weg räumen wird.

 

Alternativen zur Holzkohle

Mit einem selbst gebauten Holspiegel sind sie natürlich der Grillkönig in ihrer Nachbarschaft. Sie benötigen weder Holzkohle, Gas oder elektrischen Strom. Nur mit der Kraft der Sonne und ohne jeglichen Gestank grillen sie wie ein Weltmeister. Hier können sie sich in einem Video ansehen, wie man aus einer Sattelitenschüssel einen Holspiegel ganz leicht selbst bauen kann.

 

Alternativ zur Holzkohle kann man auch mit Kohle aus Kokosnussschalen grillen. Dafür muss kein Baum gefällt werden, denn diese Kohle ist ein reines Abfallprodukt. Sie hat einen dreimal höheren Brennwert als Holzkohle, eine geringere Rauchentwicklung und verbrennt mit lediglich 2% Restasche.

 

Ebenso gut kann man zu Bambuskohle greifen. Bambus gehört zu den Gräsern und wächst deshalb extrem schnell. Die Pflanze wird nicht gerodet, sondern nur zurück geschnitten. Die Wurzeln bleiben im Boden, treiben wieder aus und so verursacht die Nutzung dieser Kohle keine Bodenerosion. Sie verbrennt CO2-neutral und schwefelfrei. Durch seine hohe Energiedichte hat Bambuskohle die doppelte bis dreifache Brenndauer von Holzkohle.

 

Briketts aus Olivenkernen oder Oliventrester brennen ebenfalls hervorragend. Sie fallen beim Pressen von Olivenöl ohnehin an und so müssen auch für diese Kohle keine Bäume gefällt werden. Man hat auch hier eine deutlich geringere Rauchentwicklung als bei Holzkohle und eine sehr viel längere Brenndauer.

 

Leider kann man diese Alternativen nur in sehr wenigen Läden kaufen. Online bekommt man sie jedoch problemlos, sogar mit unterschiedlichen Güte-Siegeln, aus nachhaltigem Anbau und mit fairen Bedingungen für die Hersteller.

 

Grillanzünder selbst herstellen

Grillanzünder aus dem Baumarkt werden oft auf Erdölbasis hergestellt. Wer diese Chemie nicht in seinem Grill haben will, kann seine Anzünder leicht selbst herstellen. Dafür braucht man nichts weiter als einen Eierkarton, Sägespäne und Kerzenwachs. Man füllt die Sägespäne einfach in die Mulden und übergießt sie mit heißem Kerzenwachs. Teelichter schmelzen ganz leicht auf der heißen Herdplatte. Man kann aber auch Kerzenstümpfe sammeln und schmelzen. Wer keine Sägespäne hat, kann auch Haferflocken oder die Schalen von geknackten Nüssen verwenden. Nach einer Stunde ist das Kerzenwachs fest und die Sägespäne sind fest zusammen geklebt. Fertig ist der selbst gemachte Grillanzünder.

 

Dies ist eine mit page4 erstellte kostenlose Webseite. Gestalte deine Eigene auf www.page4.com