© Hans-Jörg Hellwig

Insektenhotel selbst bauen

Genau wie die Vögel, brauchen auch die Insekten unsere Hilfe. Besonders in den Städten finden sie fast überhaupt kein Totholz, um darin ihre Brut zu versorgen.

In jedem guten Baumarkt bekommt man für wenig Geld, und manchmal sogar kostenlos, Holzabfälle. Gehen sie in den Baumarkt, kurz bevor er schließt. Dann haben sich dort in der Holzabteilung, beim Zuschnitt, viele Holzabfälle angesammelt. Suchen sie sich ein unbehandeltes Kantholz in einer Stärke von etwa 10 bis 15 cm aus. Überlegen sie, wo sie das Insektenhotel anbringen wollen und entscheiden dann selbst, wie lang das Holz sein soll. Es kann zwischen 30 cm und mehr als einen Meter lang sein. Am besten eignet sich für ein Insektenhotel Hartholz, wie Eiche oder Buche. Es geht aber auch weiches Holz. Schrägen sie eine Seite für das Dach leicht ab, damit das Regenwasser ablaufen kann. Wenn sie den Mann an der Holzausgabe sehr nett fragen, kann er die Schrägung vielleicht sogar schon im Baumarkt erledigen.

 

Nehmen sie das Kantholz mit nach hause und bohren sie in die lange Frontseite Löcher. Die sollten zwischen 3 mm und 10 mm stark sein. Verschiedene Lochgrößen locken viele verschiedene Insekten an. Bohren sie so tief in das Kantholz hinein wie der Bohrer lang ist, aber bohren nicht ganz hindurch. Die Löcher sollten im leichten Winkel nach oben ansteigen. So kann sich kein Wasser in den Wohnungen der Insekten ansammeln und das Holz fault nicht. Haben sie alle Löcher gebohrt, nageln sie ein Brett mit Dachpappe bestückt als Dach auf die Schrägung oder legen sie Schieferplatten, nicht mehr benötigte Fliesen oder Ähnliches darauf. Verwenden sie kein Holzschutzmittel! Darin sind Insektizide enthalten, die ihre kleinen Gäste töten! Bringen sie das Insektenhotel auf ihrem Balkon oder in ihrem Garten, an einer sonnigen, aber windgeschützten Stelle an. Sie können es auch in einem öffentlichen Park oder an einem Waldrand an geeigneter Stelle anbringen. Wenn sie darauf achten, dass es in der Nähe genug Blumen gibt, werden die ersten Insekten nicht lange auf sich warten lassen. Wenn sie etwas größeres bauen möchten, stellen sie ein überdachtes Insektenhotel auf. Für verschiedene Insekten benötigt man natürlich auch verschiedene Nisthilfen. Bieten sie den Tieren viele Marerialien und viele Lochgrößen an. 

Bienenkiste in der Stadt

Sie leben mitten in der Stadt und interessieren sich für Bienen? Schon immer wollten sie eine Bienenkiste bauen um die Tiere zu beobachten, haben es aber nie getan, weil sie ja in der Stadt leben? Heute sind Städte und besonders Großstädte ein hervorragender Lebensraum für Bienen. Nahrung finden sie in den Parks, den Gärten, auf Friedhöfen und an vielen Straßenbäumen. Ein weiterer Vorteil ist, dass in der Stadt niemand auf die Idee käme, Insektengift großflächig zu versprühen. Alles was Bienen zum Überleben brauchen ist eine Kiste in die sie einziehen können. Wie sie eine Bienenkiste bauen, wo sie einen guten Platz zum Aufstellen finden und wo sie einen Schwarm herbekommen erfahren sie hier und in diesem Video.

 

Hornissen

Begegnen sie einer Hornisse sollten sie immer ruhig bleiben und nicht wild um sich schlagen. Denn wenn man sich ruhig verhält sind Hornissen sehr friedliche Tiere. Außerhalb ihres Nestes sind sie dem Menschen gegenüber eher scheu und fliehen bei Bedrohung. Wenn sie der Hornisse nichts tun, haben sie von ihr auch nichts zu befürchten. Hornissen verhalten sich nicht wie Wespen, sie naschen nicht von unserem Kuchen oder unseren süßen Getränken. Sie sind reine Insektenjäger und ernähren sich von Fliegen, Wespen, Bienen, Heuschrecken, Käfer, Raupen, Spinnen und Libellen. Sie interessieren sich nicht für uns Menschen oder unsere Nahrung.

 

Wenn sie ein Hornissennest finden, gibt allerdings ein paar Verhaltensregeln zu beachten. In einem Abstand von 3 – 4 Metern sollten sie sich vollkommen ruhig verhalten und keine Erschütterungen auslösen. Vermeiden sie hektische Bewegungen, stellen sie keine Gegenstände vor das Nest und behindern sie auf keinen Fall die direkte Flugbahn der Hornissen. Unterlassen sie jegliche Manipulationen am Flugloch oder am Nest überhaupt und stellen sie sich nicht zu dicht vor das Nest. Die Tiere riechen ihren Atem und könnten sich gestört fühlen. Wenn sie diese Regeln einhalten, können sie die Tiere ganz in der Nähe ihres Nestes gefahrlos beobachten.

 

Ein Hornissennest wird nur etwa 6 Monate im Jahr bewohnt. Ab Mitte Mai beginnt eine junge Königin mit dem Aufbau eines Volkes. Bereits im Juni helfen ihr die ersten Arbeiterinnen bei allen anfallenden Aufgaben. Ab Mitte August werden die ersten Geschlechtstiere herangezogen. Im Spätsommer verlassen diese das Nest, um sich zu paaren und nicht zurückzukehren. Spätestens Anfang November ist das gesamte Volk abgestorben, oftmals schon deutlich früher. Im nächsten Jahr wird das verlassene Nest nicht wieder bezogen.

 

Viele Menschen haben Angst vor Hornissen, weil sie so groß sind und ihr Flügelschlag so bedrohlich tief klingt. Doch der Stich einer Hornisse ist nicht gefährlicher als der Stich einer Biene, einer Wespe oder einer Hummel. Kein normal empfindlicher Mensch stirbt am Stich einer Hornisse, nur Allergiker sollten vorsichtig sein. Hornissen sind nicht nur am Tage unterwegs. Sie jagen ihre Beute auch in der Nacht und so kann es vorkommen, dass sie sich in der Dunkelheit bei eingeschalteter Beleuchtung in ein geöffnetes Fenster verirren. In diesem Fall öffnen sie einfach das Fenster weit und löschen sie das Licht. Dann finden die Tiere in der Regel allein hinaus. Kommt das häufiger vor, kann ein einfaches Fliegengitter helfen. Hier ist ein kleines Video eines wirklichen Tierfreundes.

 

Wenn sie in ihrem Garten ein Hornissennest entdecken, dann sollten sie sich darüber freuen und nichts gegen die Tiere unternehmen. Falls das Nest an einer sehr ungünstigen Stelle sitzt, sollten sie einen Experten zu Rate ziehen. In ganz schwierigen Fällen kann man ein Hornissennest auch umsiedeln. Versuchen sie sich aber auf keinen Fall selbst daran! Hornissen stehen unter Naturschutz und eine Umsiedlung muss immer von der Naturschutzbehörde ihrer Gemeinde genehmigt werden. Sie muss immer von einem Fachmann ausgeführt werden. Wenn sie nicht wissen an wen sie sich wenden sollen, fragen sie das Umweltamt oder die Naturschutzbehörde ihrer Gemeinde. Natürlich können Sie auch die Umweltverbände in ihrer Region ansprechen (z.B. NABU, BUND) oder einen Imker fragen.

 

 

 

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