Feldrandhecke selbst anlegen

Feldrandhecken sind ein Teil unserer Kulturlandschaft und unglaublich wichtig für unsere einheimischen Tiere. Viele Insekten, Vögel, Säugetiere und Reptilien finden in ihnen eine Heimat. Hecken tragen besonders in stark ausgeräumten Landschaften zur Artenvielfalt und Vernetzung von Biotopen bei. In den Parks unserer Städte stehen viele optisch ansprechende Hecken und Gehölze aus exotischen Ländern. Als Feldrandhecken sind diese Exoten vollkommen wertlos und ungeeignet. Für unsere Natur haben diese exotischen Pflanzen den Nutzwert von Plastik. Sie werden kaum von Insekten besucht und bieten unseren Wildtieren so gut wie keine Nahrung. Wer gern auf Feldwegen und Wiesen wandern geht, kann die Samen von Hecken sammeln, sie zu Hause trocknen und im Frühling an geeigneter Stelle aussäen. Damit hat man eine Möglichkeit positiv in die Natur einzugreifen. 


Achten sie darauf, nur die Samen von heimischen Gehölzen an den Feldrändern auszubringen. Als Feldrandhecke eigenen sich besonders gut Schlehe, Weißdorn, Sanddorn, Hagebutte und Holunder. Vor der Aussaat weichen sie die im Winter getrockneten Samen 24 Stunden in Wasser ein, damit sie besser keimen. Füllen sie dafür die Samen einfach in ein Schraubglas, geben Wasser darauf, drehen den Deckel zu und nehmen das Glas am nächsten Tag mit hinaus an den zuvor ausgewählten Feldrand. Achten sie darauf, dass die Hecke in der Zukunft genügend Platz hat und nicht in das Feld hinein wächst. Für die Aussaat stecken sie einen angespitzten Stock 2 - 3 cm in den Boden und stecken einen eingeweichten Samen in das Loch. Treten sie das Loch mit dem Fuß zu und geben sie ein wenig Wasser aus ihrem Schraubglas darüber. Wenn sie die Samen zuhause, in Blumenerde auf der Fensterbank austreiben lassen und dann auspflanzen, können sie damit rechnen, dass fast alle Pflanzen den ersten Winter überstehen.

 

Je mehr Dornen eine Hecke hat, umso wehrhafter ist sie als Schutz für brütende Vögel. Setzen sie in großem Abstand von einander auch die Samen von heimischen Bäumen wie Buche und Eiche. Es gibt keine anderen Baumarten in Deutschland, die mehr Insekten ernähren. Besuchen sie ihre selbst gepflanzte Hecke in jedem Jahr aufs Neue und freuen sich daran wie sie wächst und gedeiht. Der Landwirt wird es ihnen danken, denn Feldrandhecken führen zu einer Verringerung der Windgeschwindigkeit und vermindern so die Bodenerosion.

 

Wildkatzen benötigen einen reich strukturierten Lebensraum und sind nicht leicht zufrieden zu stellen. Dort wo man in Deutschland auf Wildkatzen trifft, kann man davon ausgehen dass die Landschaft tatsächlich reich strukturiert ist und über eine hohe Artenvielfalt verfügt. Durch die intensive Bejagung, sowie die fortschreitende Lebensraumzerstörung, gilt sie jedoch als stark gefährdet. Die Felder der Landwirte werden immer größer, Hecken werden entfernt und umgepflügt und so werden viele Wildkatzenpopulationen immer mehr isoliert. Das führt zu einer genetischen Verarmung. Das Forschungsinstituts Senckenberg hat festgestellt, dass neu angelegte Hecken tatsächlich von den Wildkatzen und vielen anderen Tieren angenommen werden. Sie wandern an diesen Hecken entlang und erschließen sich neue Lebensräume. Es lohnt sich also auf jeden Fall eine neue Feldrandhecke anzulegen. 

 

Mit der Zeit werden sie einen Blick dafür bekommen, welcher Wegesrand oder welche Mauer ein wenig mehr Grün vertragen kann. Im Prinzip können sie die Samen unserer einheimischen Gehölze überall aussäen. Egal ob auf dem Land oder in der Stadt, wenn sie ein verlassenes Grundstück oder einen hässlichen Zaun finden, lassen sie dort einfach ein paar ihrer gesammelten Samen zurück. 

 

Sandsturm auf der Autobahn

Am 8.4.2011 kam es in der Nähe von Rostock zu einem Sandsturm. In Folge des Sandsturms kam es auf der Autobahn 19 zu einer der schlimmsten Massenkarambolagen, die es jemals in Deutschland gegeben hat. Mehr als 80 Fahrzeuge verunglückten weil die Autofahrer einfach nichts mehr sehen konnten. Am Rand der Autobahn hatte die Sonne den losen Ackerboden seit Tagen ausgetrocknet und so hatte der Wind leichtes Spiel. Die Böen wirbelten den Sand auf und trugen ihn auf die nahe Autobahn. Die Sichtweite betrug ganz plötzlich nur noch wenige Meter. Sekunden später kam es zur Katastrophe. Der erste PKW bremste und schon knallte es. Mehrere Autos verkeilten sich. Als ein Tanklastwagen mit mehreren Tonnen Benzin in die Unfallstelle krachte, brach die Hölle los. Etwa 20 Autos brannten vollkommen aus, darunter 3 LKW, und immer weiter Wagen fuhren in die Unfallstelle. Mehr als 130 Menschen wurden verletzt und 8 starben.

Dieser Unfall wäre leicht vermeidbar gewesen. Denn das umgepflügte Feld war dem Wind vollkommen schutzlos ausgeliefert. Eine Hecke am Rand des Feldes, hätte die Windgeschwindigkeit am Boden so weit gesenkt, dass der Sand liegen geblieben wäre. Hätte an dieser Autobahn eine alte und winddichte Feldrandhecke gestanden, wäre es garantiert nicht zu diesem Sandsturm gekommen. Die 8 toten Menschen wären noch am Leben und den finanziellen Schaden von weit mehr als einer Million Euro hätte es nie gegeben. Die Feldrandhecke hätte bei einer Gartenbaufirma nur wenige tausend Euro gekostet. Der nächste Sturm kommt bestimmt. Ob er zu einem Sandsturm mit katastrophalen Folgen wird, entscheiden wir. Wie schon gesagt, Feldrandhecken kosten nur wenig. Wenn wir sie selbst pflanzen, kosten sie gar nichts.
 

Brutvögel in der Feldrandhecke

In Feldrandhecken herrscht ein unglaubliche Vielfalt an Leben. Hier eine kleine Aufzählung der Vögel, die auf die Hecken angewiesen sind.


Amsel, Beutelmeise, Bluthänfling, Braunkehlchen, Buchfink, Buntspecht, Dorngrasmücke, Elster, Fasan, Feldschwirl, Fitis, Gelbspötter, Goldammer, Girlitz, Grauammer, Grauschnäpper, Grünfink, Heckenbraunelle, Klappergrasmücke, Kleiber, Mäusebussard, Mönchsgrasmücke, Nachtigall, Rabenkrähe, Raubwürger, Rebhuhn, Ringeltaube, Rohrammer, Rotkehlchen, Rotmilan, Rotrückenwürger, Schwanzmeise, Schwarzmilan, Singdrossel, Steinkauz, Stieglitz, Sumpfmeise, Sumpfrohrsänger, Turmfalke, Wacholderdrossel, Waldohreule, Wespenbussard, Wendehals, Wiedehopf, Trauerschnäpper, Zaunkönig, Zilpzalp

 

Benjeshecke selbst anlegen

Für eine Benjeshecke trägt man pflanzliches Material wie Zweige, Äste, Baumschnittabfälle zusammen und schichtet alles lose bis zu einer Höhe von 1,0 m bis 1,50 m und einer Breite von 1 m bis 3 m auf. Damit schafft man einen Schutzstreifen, in dem Brennnessel, Wildkräuter sowie verschiedene Gehölze aufwachsen. Bevor mit dem Aufschichten begonnen wird, sollte man in unregelmäßigen Abständen Bäume und Sträucher in den späteren Verlauf der Hecke pflanzen (Initialpflanzung). Mit den Pflanzen stellen sich dann auch zahlreiche Tiere ein. Schichten Sie nicht zu dicht, damit Samen und Beeren genügend Licht zum Keimen haben. Eine Benjeshecke durchläuft verschiedene Entstehungsstadien:

Gestrüpphecke - Krauthecke - Standortgerechte Einzelgehölze - Feldhecke.
Das Totholz wird im Laufe des mehrjährigen Prozesses von Pilzen, Bakterien und Käfern zu Humus verwandelt und ist ein herrlicher Lebensraum für Ringelnattern.

 

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