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Tiere in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Wenn du bedrohte Tiere sehen willst, geh in eine Apotheke der traditionellen chinesischen Medizin.

 

In der TCM verwendet man mehr als 5000 Pflanzenarten. Neben den Pflanzen werden jedoch auch mehr als 1500 verschiedene Tierarten verwendet. Abgesehen von einigen Tieren, die von Mutter Natur mit einem Gift ausgestattet wurden, wie zum Beispiel Bienen, Wespen, Skorpione, Spinnen, einige seltenen Frösche, Blutegel und Schlangen, haben die aller meisten tierischen Präparate keinerlei therapeutische Wirkung. Etwa 99 Prozent aller tierischen Produkte die in der TCM verwendet werden, sind abgesehen vom Placeboeffekt vollkommen wirkungslos.

 

Trotzdem fallen immer noch viele Menschen darauf herein und geben für diesen Blödsinn Geld aus. Sehr beliebt sind zum Beispiel Pillen aus Bärengalle. Sie sollen gegen den Kater nach einem Saufgelage helfen. Die schräge Logik dahinter: Übermäßiger Alkoholkonsum belastet die Leber, deshalb hilft Bärengalle der menschlichen Leber und vertreibt so die Kopfschmerzen. 

 

Der Gallensaft für diese Pillen stammt von Tieren die ihr ganzes Leben in engen Käfigen verbringen. Mehr als 10.000 Bären werden legal in China für die Gewinnung von Galle gehalten. Dazu kommt noch eine weit größere Anzahl illegal gehaltener Bären. Ob nun legal oder illegal, die Käfige sind fast immer so klein, dass die Tiere sich weder aufrichten noch ausstrecken können. Manche Bären werden bereits als Jungtiere in die Käfige gesperrt und im schlimmsten Fall sterben sie auch dort. Es gibt Tiere, die bis zu 30 Jahre in den Käfigen vegetieren ohne jemals Gras unter den Pfoten zu spüren.

 

Dort wird ihnen täglich unter unglaublichen Schmerzen der Gallensaft gewaltsam abgezapft. Denn freiwillig geben die Bären das Zeug nicht her. Häufig ist die Gallenflüssigkeit durch Blut, Urin, Fäkalien oder Eiter verunreinigt. Wer diese ekeligen Pillen trotzdem nehmen will, der kann auch auf ein ganz ähnliches synthetisches Produkt zurück greifen. Denn der Inhaltsstoff Ursodeoxycholsäure lässt sich ganz leicht ersetzen. Besonders gut hilft aber weder das Original aus Bärengalle, noch das pflanzliche Produkt gegen den Kater nach einem Besäufnis. Aspirin ist nachweislich deutlich besser. Die Bären leiden also für nichts!

Fast alles was vom Tiger stammt wird in der TCM verwendet. Der Magen des Tigers soll Magenkrämpfe beim Menschen lindern, seine Augen sollen gegen Epilepsie, Malaria und Fieber helfen, seine Schnurbarthaare gegen Zahnschmerzen, seine Hoden gegen Tuberkulose und sein Penis soll Potenzprobleme heilen. Sein Fett soll gegen Hundebisse schützen, das Gehirn soll gegen Faulheit und Pickel helfen. Selbst der Kot soll gegen Alkoholismus helfen und in diesem Fall macht man tatsächlich aus Scheiße Gold. Wer als Patient an dieser Stelle nicht hellhörig wird, dem ist nicht mehr zu helfen!

 

Die gemahlenen Tigerknochen sollen den Heilungsprozess beschleunigen, Rheuma lindern und gegen Malaria helfen. Deshalb sind diese Knochen auch so unglaublich teuer. Auf dem Schwarzmarkt kostet allein das Rückgrat eines Tigers bis zu 700 Euro. Stellt man einmal die unglaublich hohe Zahl von etwa 450.000 Apotheken den 3.500 noch lebenden Tigern gegenüber, wird sehr schnell klar dass sie alle innerhalb eines Monats “verbraucht“ wären, wenn man viele Patienten nicht mit Rinderknochen betrügen würde. Trotzdem gefährdet dieser Aberglaube alle noch in Freiheit lebenden Tiger, Löwen und Leoparden. Denn man betrügt die Patienten nicht nur mit Rinderknochen, sondern auch mit den Knochen der anderen Großkatzen, weil diese den Tigerknochen zum Verwechseln ähnlich sehen. Es werden aber nicht nur die Tigerknochen verkauft, sondern auch die Zähne, die Tatzen mit ihren Krallen und das Fell. So ein Fell wird für 15.000 Euro verkauft. Nichts wird verschwendet, alles verschwindet in den Apotheken der TCM und auf dem Schwarzmarkt.

Eine straff organisierte Mafia wildert die Tiger in allen Reservaten dieser Welt und liefert sie an die Apotheken Chinas, Vietnams, Kambodschas und Thailands. Seit 1993 ist in China, Südkorea, Hongkong und Taiwan jeder Handel mit Teilen von Tigern und Nashörnern offiziell verboten. Das ist eigentlich ein positives Signal, aber durch dieses Verbot sind die Preise für Tiger- und Nashornprodukte durch die Decke gegangen. Weil es jetzt so unglaublich lukrativ ist, sorgen die Schmuggler und Händler dafür dass der Nachschub nicht abreißt. Während die Wilderer oft mit dem eigenen Leben bezahlen, wenn man sie auf frischer Tat erwischt, liegt das Risiko der Händler liegt fast bei Null. Ihre Gewinne steigen von Jahr zu Jahr. Je weniger Exemplare es von einer Art gibt, umso höher steigt der Preis und wenn eine Art ausgerottet ist, verlegen sich die Händler einfach auf die nächste Art.

 

Das Horn des Rhinozeros soll gegen Schlaflosigkeit, Angstzustände, Ohnmacht und Krämpfe helfen. Seit Gerüchte kursieren, dass das Pulver der gemahlenen Nashörner sogar gegen Krebs helfen soll, ist der Preis noch einmal extrem gestiegen. Europaweit werden in Naturkundemuseen inzwischen nur noch Nachbildungen von Nashornhörnern ausgestellt. Denn zu oft wurden die Ausstellungshörner aus den Vitrinen gestohlen und auf dem Schwarzmarkt für viel Geld verkauft.

 

Mit der heilsamen Wirkung des Horns ist es jedoch nicht weit her. Es besteht aus dem gleichen Material wie unsere Fingernägel und Fußnägel. Deshalb wurde in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach einem Ersatz gesucht. Ausgerechnet Naturschutzverbände empfahlen die Hörner der Saiga Antilope als Ersatz für das Nashorn zu nutzen. Heute ist die Saiga ebenfalls gefährdetet. Millionen Antilopen sind seit dem in den Apotheken der TCM verschwunden.

 

Denkt man nur einen Moment darüber nach, wird einem klar das es sich bei vielen tierischen Produkten um Hokuspokus handelt. Es ist vollkommener Unsinn zu glauben, man könne ein Tier essen und dann würden seine Gesundheit, seine Kraft oder seine Fähigkeiten auf einen selbst übergehen. Da könnte man auch Adler essen um besser sehen zu können, Hasen um schneller zu laufen, Flöhe um höher und weiter zu springen, Fische um schneller zu schwimmen, Eulen um besser zu hören oder Hunde um besser riechen zu können.

 

Was kann man gegen diesen Wahnsinn tun?

Wenn sie etwas gegen die Wilderei und das Abschlachten ganzer Arten für den Aberglauben tun wollen, dann benutzen sie dafür das Internet. Nutzen sie jede Gelegenheit, um darüber aufzuklären, wofür die TCM verantwortlich ist.

 

Erzählen sie jedem der es wissen will, dass Rinderknochen noch sehr viel wirksamer sind als Tigerknochen. Seien sie kreativ, denken sie sich Studien aus die ihre Behauptungen "beweisen" und helfen sie mit propagandistischen Mitteln den wilden Tieren. Posten sie ihre Behauptungen überall und immer wieder in den sozialen Netzwerken. Diskreditieren sie die TCM und ihren Umgang mit den wilden Tieren, wo immer sie können.

 

Wenn es in Ihrer Nachbarschaft eine Apotheke der TCM oder einen praktizierenden Heiler gibt, dann reden sie mit den Betreibern. Nicht alle sind Betonköpfe und vielleicht können sie den Einen oder Anderen davon überzeugen, keine wilden Tiere mehr zu verwenden. Sollten sie feststellen, dass in dieser Praxis gegen deutsche Gesetze des Tierschutzes verstoßen wird, dann sammeln sie Beweise und zeigen sie die Leute bei der Polizei an.

 

Nutzen Sie sich bietende Gelegenheiten, in ihrem Bekanntenkreis auf Hintergründe und Folgen der TCM Behandlung mit Tierpräparaten aufmerksam zu machen.

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