Das ist die Pfote von einem überfahrenen Dachs.

 

 

vorsichtiges Fahren rettet wilde Tiere

Manchmal lässt sich ein Wildunfall einfach nicht verhindern. Es geht so schnell, dass man als Autofahrer nicht mehr reagieren kann. Aber man kann in Wäldern besonders aufmerksam fahren und den Fuß vom Gas nehmen, egal ob die Strecke als Wildwechsel ausgeschildert ist oder nicht. Denn Tiere halten sich nicht an diese Schilder. Sie können überall auftauchen.

Besonders in der Dämmerung sollten sie vorsichtig sein. Das ist die Zeit in der die Tiere am aktivsten sind.

 

Die meisten unserer Wildtiere sind Fluchttiere. Sie nehmen ihre Umwelt vollkommen anders wahr als wir. Von ihrer Mutter lernen sie, alles Unbekannte zu meiden und vor allen fremden Geräuschen zu fliehen. Diese Strategie hat sich seit vielen tausend Jahren bewährt, - bis der Mensch seine Straßen gebaut hat.

 

Wir haben die Landschaft in immer kleinere Teile geschnitten und in den Lebensraum der Tiere eine Gefahr gebracht, mit der sie nicht umgehen können. Im Wald hat es sich bewährt, vor einer Gefahr weg zu rennen und einfach voran zu stürmen, über umgestürzte Bäume zu springen, durch Büsche zu brechen und mit Höchstgeschwindigkeit alle Hindernisse zu überwinden. 

 

Diese Strategie wenden viele Tiere auch an der Straße an. Sie sind sich vollkommen im Klaren darüber, dass die Straße gefährlich ist. Es riecht hier anders als im Wald! Dann gibt es hier noch nicht einmal Deckung! Der Boden fühlt sich unter den Hufen so merkwürdig an! An einer Straße sind die Tiere unglaublich aufgeregt. Ihr Puls rast und sie sind bereit voran zu stürmen und die Gefahr mit ihrer uralten Taktik so schnell wie möglich hinter sich zu lassen.

 

Wenn jetzt auch noch ein Auto kommt, werden einige Tiere fast verrückt vor Angst. Dieses Geräusch kennen sie nicht aus dem Wald. Es kommt immer näher! Was tun? Umdrehen und weg rennen? Oder voran stürmen? Beide Taktiken waren in ihrem bisherigen kurzen Leben immer erfolgreich gewesen. So bald die Entscheidung getroffen ist, geht es los und dann gibt es kein Zurück mehr. 

 

Erst wenn die Tiere älter sind und sich an Autos gewöhnt haben, können sie diese Gefahr besser einschätzen. Erfahrene Tiere drehen oft genug um, bleiben in Deckung und warten bis die Straße frei ist. Doch oft genug können die jungen Tiere dieses Alter und die Erfahrung gar nicht erreichen. Sie werden erschossen oder tot gefahren noch bevor sie diese Erfahrung machen können. Die meisten Wildunfälle werden von jungen Tieren verursacht. Sie rennen los, ohne nach links oder rechts zu sehen, genau wie sie es im Wald gelernt haben.

 

Meistens sind die Tiere nicht allein und wenn eines los rennt, dann folgen oft noch ein paar Andere. Auch das war im Wald eine gute Strategie. Einer geht voran, die Anderen folgen ihm und können meistens rechtzeitig reagieren wenn diesem Artgenossen etwas zustößt. Wenn dieses erste Tier über die Straße rennt, rennen die anderen hinterher. Keines schaut nach links oder rechts. Jeder behält nur den Hintern des Tieres vor ihm im Auge, so wie sie es gelernt haben.

 

Wenn es dann plötzlich kracht und es ein Tier erwischt, bekommen das nur die hinteren Tiere mit. Nur sie können plötzlich ausweichen und etwas lernen. (Wenn sie nicht erschossen werden.) Diejenigen die vorn laufen, sind längst im Wald verschwunden. Ihnen bleibt das Geheimnis der Straße verschlossen. Sie stehen bei der nächsten Überquerung vor genau dem gleichen Problem.

 

 

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