© russavia Becks

Kleidung

Machen wir uns doch einmal klar wie Kleidung hergestellt wird. Wolle von Schafen oder Fasern von anderen Tieren sind eine sehr kleine, vernachlässigbare Größe. Die meisten Fasern werden entweder auf dem Acker angebaut oder man gewinnt sie in einem chemischen Verfahren aus Erdöl. 

Jeans werden zum Beispiel aus Baumwolle hergestellt und diese Pflanze wächst auf riesigen Feldern. Für den Anbau der Baumwolle braucht man eine Unmenge Dünger und Wasser. Es ist kaum vorstellbar wie groß die Menge des benötigten Wassers ist. Noch vor wenigen Jahren gab es in der Wüste von Kasachstan eine Fischereiflotte. Sie fing im großen Stil Fische aus dem Aralsee. Heute liegen die Schiffe an Land und verrotten, weil der riesige See ist fast vollständig ausgetrocknet ist. Zwei große Flüsse wurden auf die Baumwollfelder in der Wüste umgeleitet. Dort versickert das Wasser an den Wurzeln der Baumwollpflanzen oder es verdunstet in der heißen Sonne. Überall benötigt die Baumwolle unglaublich viel Wasser. Als wäre das nicht genug, werden auf den Feldern Pestizide und Insektizide versprüht als gäbe es kein Morgen. Giftige Chemikalien werden besonders in Indien und China in solchen Mengen flächendeckend verteilt, so dass Flüsse zu gefährlichen, stinkenden Kloaken werden und das Grundwasser ungenießbar wird. Aber auch in den USA werden Pestizide für die Baumwolle genutzt. Diese Gifte finden sich vor allem in den Resten, die bei der Verarbeitung übrig bleiben. Diese Reste werden dort zum großen Teil an Rinder verfüttert, weil die Samen sehr nahrhaft sind. So gelangen die Pestizide über die Nahrungskette zum Menschen. Aus den Baumwollsamen presst man auch häufig Öl. Dieses Öl findet sich fast überall in unserer Nahrung, weil es sehr preiswert ist. So findet man diese Pestizide nicht nur im Fleisch der Rinder sondern auch in Knusperflocken oder Chips.

 

Hat man die Baumwolle endlich geerntet, wird die Faser gesponnen und der Stoff gewebt. Formaldehyd macht den Baumwollstoff haltbar und die blaue Farbe sorgt für die nächste Dosis Chemie. Jetzt sollte der Stoff eigentlich genug Chemie enthalten aber weit gefehlt, denn die Jeans soll ja alt und gebraucht aussehen. Dafür benutzt man die schädlichsten Chemikalien des gesamten Herstellungsprozesses. Auch die Reste der Chemikalien werden mit dem Abwasser in die Flüsse abgeleitet. Dieser Umgang mit Chemie reicht von vollkommen unwissend und sorglos bis zur verbrecherischen Absicht, und das Alles nur für ein idiotisches Modediktat! Was können wir also tun?

 

  • Lassen sie sich nicht von der Werbung verführen und rennen sie nicht jedem Modetrend hinterher. Kaufen sie zeitlose Mode und wenn doch einmal ein Schnitt nicht mehr hochmodern ist, müssen sie ihre Kleidung deshalb nicht wegwerfen. Niemand wird sie schief von der Seite ansehen, weil sie eine Hose aus dem letzten Jahr tragen.
  • Prüfen sie, ob sie das neue Kleidungsstück tatsächlich brauchen. Wir Konsumenten haben heute vier Mal so viel Kleidung wie noch 1980 im Schrank. In den meisten Kleiderschränken finden sich 20 Teile, die bisher noch nie getragen wurden. Verkaufen sie diese Kleidung in Secondhandläden, auf Flohmärkten oder im Internet. Denn es gibt keine Kleidung, die niemand will. Genau so gut können sie die Kleidung spenden oder verschenken, nur lassen sie sie nicht im Schrank.
  • Wenn sie doch einmal ein neues Kleidungsstück brauchen, kaufen sie konsequent nur aus ökologischer Produktion, aus Recyclingmaterial oder second hand.
  • Prüfen Sie die handwerkliche Qualität. Wahrhaft ökologisch ist Kleidung nur dann wenn sie langlebig ist und ewig getragen wird.
  • Kaufen sie keine Kleidung mit den Hinweisen “separat waschen“ oder “vor dem Tragen waschen“. Die chemischen Farbstoffe haften nur schlecht in diesen Stoffen. Sie werden leicht von der Haut aufgenommen. Auch “bügelfrei“ oder “knitterarm“ sind sichere Hinweise auf giftige chemische Substanzen.
  • Der Used-Look einer Jeans entsteht durch den intensiven Einsatz von Chemie oder durch Sandstrahlen. Wer auf Used-Look steht, sollte lieber Secondhand kaufen, oder einfach warten bis die neue Hose gebraucht aussieht und der Look auf “natürliche“ Weise entstanden ist. Außerdem werden im Laufe der Zeit aus natürlich gealterten Jeans so gut wie alle Chemikalien herausgewaschen.
  • Lüften Sie das schmutzige Geheimnis Ihrer Marke. Fragen Sie bei Ihrem Lieblingshersteller oder in ihrer bevorzugten Ladenkette nach, wie ihre Kleidung hergestellt wird. Wenn sie dort keine befriedigenden Antworten erhalten hilft das Internet weiter. Hersteller sind gesetzlich verpflichtet ihre Fragen zu den verwendeten Chemikalien innerhalb einer Frist von 45 Tagen zu beantworten.

 

Pelz

Kaufen sie keinen Pelz! Für diesen Pelz wurden Tiere gezüchtet. Sie mussten ihr ganzes Leben in einem Käfig verbringen und haben niemals den Geschmack der Freiheit kennengelernt.

Wenn sie jetzt glauben, dass sie sich nicht schuldig machen, weil das Tier ja bereits tot ist und weil man das Fell deshalb nicht verschwendet werden sollte, liegen sie falsch. Ihr Kauf hinterlässt eine Lücke im Regal des Händlers. Der Händler wird diese Lücke garantiert wieder füllen. Deshalb sind sie mit ihrem Pelzkauf daran schuld, wenn erneut Tiere in Käfige gesteckt werden und dort bis zu ihrem Tod leiden. Lassen sie den Pelz beim Händler und kaufen sie nichts bei ihm. Nur so können sie zukünftiges Leid verhindern. Über geschossene oder mit der Falle gefangene Pelztiere können sie im Kapitel "Jagd" genug finden, was ihnen die Lust auf den Pelz verderben wird.

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