© Helgi Halldórsson

Werden sie zu einem Superhelden für die Natur

Einer meiner ganz persönlichen Superhelden ist Douglas Tompkins. 

Er hat in seiner Jugend Firmen wie The North Face und Esprit gegründet und damit sehr viel Geld verdient. Aber statt mit diesem Geld im Luxus zu schwelgen hat er sich eines schönen Tages eine Frage gestellt. 

“Wie viel kann ich von meinem Geld mitnehmen auf die andere Seite und was wird von mir bleiben, wenn ich eines Tages nicht mehr bin?“ Nach dem er sich selbst eine ehrliche Antwort gegeben hatte, handelte er konsequent und verkaufte seine Firmen. Er steckte sein Geld in die Natur und kaufte Steppen, Regenwälder, Berge, pazifische Fjorde, Flüsse und Sümpfe. Tompkins ist einer der größten privaten Landbesitzer der Welt. Aber anstatt dieses Land auszubeuten und damit noch reicher zu werden, versuchte er die Sünden der Vergangenheit zu beseitigen. Er riss Zäune ab und ließ die hässlichen Spuren der Zivilisation von der Natur heilen. Er versetzte das Land zurück in den Zustand, wie vor der Besiedelung des Menschen und setzte sich selbst ein Denkmal in dem er uns allen diese wundervollen Landschaften zum Geschenk machte. Bisher gründete er in Chile und Argentinien bereits drei Nationalparks. Der bekannteste ist wohl der Pumalín-Park, Chiles größter Nationalpark. 200 Millionen US-Dollar hat er in den vergangenen Jahren für seine Ökoprojekte ausgegeben. Und wer jetzt noch behauptet dass dieser Mann kein Superheld ist, der weiß überhaupt nichts von wahren Helden!

 

 

Ein weiterer meiner Superhelden ist Felix Finkbeiner. Er startete als Neunjähriger eine beispiellose Karriere als Umweltaktivist. Angefangen hat alles im Jahr 2007. Bei einer Hausarbeit über Klimaschutz stieß er bei seinen Recherchen auf Wangari Maathai (eine weitere Superheldin). Die Kenianerin hatte bis zu diesem Zeitpunkt 30 Millionen Bäume gepflanzt. Das brachte den Ball ins Rollen! Felix nahm die Inspiration auf und inspirierte von nun an seine Mitschüler und viele andere junge und alte Menschen auf der ganzen Welt. Mit der Hilfe seines Vaters gründete er seine eigene Organisation, die sich über Spenden finanziert. Er beschäftigt mittlerweile 17 Mitarbeiter. Seine Leute planen die Reisen und Medienauftritte des Jungen, der stundenlang über die Umwelt, Bäume, Treibhausgase und Gerechtigkeit sprechen kann. Sein Motto lautet: “Stop talking – start planting“. Gemeinsam mit seinem Vater fliegt er von Kontinent zu Kontinent und hält überall Baumpflanzseminare. Dabei zeigt er anderen Kindern wie man aus einem Samen einen Baum zieht und wie man ihn anpflanzt. Inzwischen hat er gemeinsam mit seinen Mitstreitern vier Millionen Bäume gepflanzt. Etwa 10.000 Kinder geben seine Botschaft weiter und zeigen anderen wie man Bäume pflanzt. Für mich ist Felix Finkbeiner ein wahrer Superheld!

 

 

Haïdar El Ali lebt im Senegal. Er ist ein Mann der Tat und auch er kann mit Fug und Recht ein Superheld genannt werden. Als Tauchlehrer war ihm sehr bewusst wie wichtig die Mangroven für die Fischbestände seines Landes sind. Bei Flut legen die Fische zwischen den schützenden Wurzeln ihren Laich ab und ziehen ihre Jungen groß. Doch obwohl diese Pflanzen so wichtig sind, musste Haïdar El Ali erleben wie durch die Abholzung der Mangroven die Fischbestände an der Küste immer weniger wurden. Als das Holz der Mangroven fast gänzlich geschlagen und verfeuert war, wollte er nicht länger zuschauen und abwarten. Er gründete seine Umweltorganisation Océanium und ging in die Dörfer an der Küste. Dort überzeugte er die Menschen gemeinsam mit ihm neue Mangroven zu pflanzen. Man kann sich kaum vorstellen wie schwer es ist, mit hunderten Frauen unter der heißen Sonne Afrikas stundenlang durch den Schlick zu waten und mit gebeugtem Rücken Setzlinge zu pflanzen. Aber Haïdar El Ali tat noch mehr. Mit einem Wanderkino zog er von Dorf zu Dorf und überzeugte die Menschen mit selbst produzierten Filmen wie wichtig der Schutz der Natur und insbesondere der Mangroven ist. Heute folgen mehr als 300 Dörfer von der Mündung des Casamance Flusses bis Siné Saloum seinem Beispiel. Auf mehreren hundert Hektar wachsen wieder Mangrovenwälder und es werden immer mehr. Der Fisch- und Artenreichtum in den Deltas des Senegal nimmt wieder zu und die Menschen haben wieder etwas zu essen. Es ist nicht verwunderlich dass Haïdar El Ali zum Umwelt- und Fischereiminister in die Regierung des Senegal berufen wurde. Viel wichtiger ist die Tatsache dass die Bevölkerung des Senegal ihn jetzt den “Prophet“ nennt. Er hatte den Menschen versprochen dass die Fische zurück kommen werden, wenn sie mit ihm gemeinsam Mangroven anpflanzen. Nach dem die Leute mit eigenen Augen sahen dass die Fische tatsächlich zurück gekommen waren und dass Haïdar El Ali sein Wort gehalten hatte, gaben sie ihm diesen wirklich außergewöhnlichen Namen. Es ist eine Auszeichnung die sich nur ein wahrer Superheld verdienen kann.

 

 

Auch sie können zu einem Superhelden werden wenn sie ein Verbrechen an unserer Natur entdeckt haben.

Es wird sich etwas ändern, wenn sie sich einsetzen!

Vor einigen Jahrzehnten war die Luft in Deutschland von Rauch geschwängert. Die Flüsse waren so dreckig und so sehr von Chemikalien verseucht, dass die Menschen nicht darin baden konnten und noch nicht einmal in der Nähe des Wassers wohnen wollten. Ohne Bedenken wurden die ungefilterten Abgase aus hohen Schloten in den Himmel geblasen und Abwasser aus den Fabriken ungeklärt in die Flüsse geleitet. Besonders gefährliche Chemikalien wurden mit Schiffen auf das Meer hinaus gefahren und dort einfach verklappt. Als dann ein paar Ökos auf die Barrikaden gingen und gegen diese Zustände wetterten, wurden sie als Spinner abgetan. Es wurde der Untergang des Abendlandes prophezeit wenn man diesen Leuten folgen würde. Die Kosten der Reinigung von Luft und Wasser wären so unglaublich hoch, dass die Industrie abwandern würde. Natürlich würden viele Arbeitsplätze verloren gehen und neue Industrie würde abgeschreckt und gleich weg bleiben.

 

Heute ist die Luft sehr viel sauberer, in den Flüssen schwimmen wieder Fische, die Grundstücke am Wasser haben enorm an Wert zugelegt, die Industrie ist immer noch hier und Arbeitsplätze sind nicht verloren gegangen. Kurz gesagt, das Abendland ist nicht untergegangen und die Ökos hatten Recht! Rückblickend kann man sagen, dass diese vielen Menschen, die sich für die Natur eingesetzt haben, Superhelden waren.

Aber das bedeutet nicht, dass die Schlacht um die Umwelt gewonnen ist und dass wir uns entspannt zurück lehnen können. Immer wieder versuchen Menschen mit den absonderlichsten Ideen Geld zu verdienen und wenn die Natur dadurch zum Teufel geht, ist es ihnen vollkommen egal. Es wird nach Schiefergas gebohrt und mit hoch giftigen Chemikalien gefrackt. Es werden genetisch veränderte Pflanzen angebaut und es werden Abfälle aus Industrie und Haushalten illegal entsorgt. Jeder kennt ähnliche Beispiele und jeder Einzelne muss die Augen offen halten.

Seien sie wachsam! Benutzen sie die Kamera ihres Smartphones und machen sie Bilder, wenn ihnen etwas spanisch vorkommt. Stellen sie Fragen, erkundigen sie sich im Internet, lesen sie in der Presse wer und was die Natur in ihrer Umgebung bedroht.

Vernetzen sie sich mit anderen Naturschützern, nutzen sie die Macht der elektronischen Medien. Bloggen und twittern sie wenn sie einen Umweltskandal entdeckt haben. Seien sie wachsam und beschützen sie die Natur in ihrer Gegend! Werden sie zu einem Superhelden für die Natur.

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