© Richard Bartz, Munich Makro Freak

Argumente gegen die Jagd

Jäger spielen sich gern als Experten auf und tun mit ihrer Jägersprache so, als hätten sie die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Lassen sie sich davon nicht beeindrucken! 

 

Jägersprache ist kein Fachwissen, sondern nur eine von den Jägern selbst erfundene, vollkommen absurde Sprache ohne einen praktischen Nutzen. 

Bei ihnen heißt es, dass sie ein Tier "erlegen". Dabei ist "erschießen" viel treffender und unverblümter. Diese Leute verstecken sich hinter ihrer Sprache, sie idealisieren das Töten und stellen es als etwas Hehres und Erhabenes dar. Sie kaschieren und verharmlosen, sie vertuschen und lügen um den wahren Sachverhalt herum. Warum sonst sagen sie anstelle von "Blut" "Schweiß", anstelle von "Fehlschuss in den Bauch" "waidwund" oder statt "angeschossen" "krank"?

 

Ganz sicher kann man nicht alle Jäger über einen Kamm scheren. Wenn ich hier allgemein von den Jägern rede, meine ich nur die schwarzen Schafe in dieser Gruppe. Zum Beispiel jene, denen es nur darum geht, ein Tier vor die Flinte zu bekommen, den eigenen Herzschlag zu spüren und wenn sie abdrücken das Gefühl der Macht zu empfinden. Diese Jäger leben auf, wenn sich die getroffene Kreatur blutend im Gras windet. Sie sind verrückt nach ihren Gewehren und anderen Waffen und so manch einer wird es ihnen auch ins Gesicht sagen, wenn sie ihn danach fragen. Der legale Waffenbesitz und das damit verbundene Gefühl der Macht ist bei einigen der Hauptgrund für den Erwerb des Jagdscheins.

Viele Jäger haben überhaupt kein Interesse an den Tieren. Sie wissen gar nichts über die Zusammenhänge in der Natur und plappern nur das nach, was sie von anderen Jägern gehört haben. Sie erzählen jedem der es wissen will, wie wichtig die Jagd für die Natur ist. Doch das ist eine Lüge! Die Natur kann sehr gut auf die die Jagd verzichten. Denn die Jagd zerstört das soziale Leben der Wildtiere, Familienstrukturen und Sozialverbände. Sie verändert natürliche Verhaltensweisen und zwingt viele Tiere zu einem Wechsel von Tag– zur Nacht­aktivität. Die Jagd zerstört das ökologische Gleichgewicht von Beute und Beutegreifern. Sie verstärkt die Abwanderung in nicht bejagte Gebiete und fördert unnatürliche Tierkonzentrationen an anderer Stelle. Deshalb ist die Jägerschaft ist mitverantwortlich für die vielen Wildunfälle auf unseren Strassen.

 

Jäger teilen das Wild in erwünschte und unerwünschte Arten ein. Zu den erwünschten Arten zählen sie Fasan, Muffelwild, Damwild, Sikawild und Truthahn. Alle diese genannten Arten sind keine einheimischen Arten. Alle wurden von den Jägern in Deutschland ausgewildert. Ziel war es noch mehr jagdbares Wild zu schießen. Alle diese Arten dürfen sich auch heute noch in unseren Wäldern fortpflanzen obwohl sie nicht hier her gehören. Sie werden als Bereicherung gesehen, werden gehegt und gepflegt. Bei diesen Arten fällt dann auch gern das Argument der "Biotopverbesserung". Dabei geht es in Wirklichkeit immer noch um den gleichen Grund, aus dem man diese Tiere einst hier eingeführt hat. Jäger wollen in ihrem Revier möglichst viele Tiere für den Abschuss haben! Sie wollen überhaupt nicht ökologisch denken! Denn sonst würden sie sich nicht so vehement gegen den Wolf, den Luchs, den Bären und die Wildkatze wehren, die einmal hier heimisch waren und jetzt wieder ausgewildert werden oder aus dem Ausland einwandern. Diese Tierarten zählen zu den unerwünschten Arten, obwohl Deutschland ihre natürliche Heimat ist. Viele Jäger wollen ihnen ihr Recht auf Leben und Heimat verweigern, nur weil sie Angst um ihre Abschusszahlen haben. Deshalb ist das "System 3S" unter ihnen ein geflügeltes Wort. Es sind die Anfangsbuchstaben dieser 3 Worte: Schießen, Schaufeln, Schweigen.

 

Bei getöteten Waschbären oder Marderhunden machen sie sich nicht die Mühe, die Kadaver vor den Augen der Öffentlichkeit zu verstecken. Sie sind Neozoen, zählen zum "Raubzeug" und ebenfalls zu den unerwünschten Arten. Deshalb werden sie nach dem Abschuss einfach liegen gelassen, weil man weder ihr Fleisch noch ihr Fell verwerten kann, wie es dieses kurze Video beweist.

 

Dort wo gejagt wird, haben Wildtiere kein Recht alt, jung, verletzt oder krank zu sein. Sie bekommen nicht die Zeit wieder zu genesen. Dort wo gejagt wird, haben Wildtiere kein Recht auf Leben und Evolution.

 

Jagd auf Rotwild

Jäger behaupten: "Die Jagd auf Rotwild ist notwendig, weil es sich sonst zu stark ausbreitet und die Landwirte und die Waldbesitzer mit großen Flurschäden rechnen müssten."

Sehen wir uns diese Behauptung der Jäger doch einmal genauer an. Schauen wir uns an, wie es dem Wald in einer fast menschenleeren Gegend wie Alaska oder Sibirien geht, in der gar nicht oder nur wenig gejagt wird. Warum vermehren sich Hirsche dort nicht so sehr, dass sie den Wald ernsthaft gefährden? Hat der Wolf dort etwa einen so großen Einfluss auf das Rotwild, dass es nicht Überhang nehmen kann? – Nein! Der Wolf hält das Wild in Bewegung und verhindert damit große Schäden an jungen Bäumen. Die Russen sagen: "Wo der Wolf geht, wächst der Wald." Er ernährt sich nicht von den jungen und starken Hirschen im besten Alter. Er frisst ein paar Jungtiere sowie Alte, Kranke und Aas. Der Einfluss des Wolfes auf den Bestand des Rotwilds ist nur gering, doch mit seiner Auslese beeinflusst er den Bestand positiv indem er ihn gesund hält. Der Wolf ist also gewissermaßen der Fittnesstrainer für die Hirsche. Dagegen ist der Winter mit seiner Kälte und dem Nahrungsmangel ein wirkliches Mengenregulativ für das Rotwild.  

 

Hier bei uns muss im Winter kein Hirsch am Hunger sterben. In der kalten Jahreszeit wird massenhaft gefüttert und so überleben sogar kranke und schwache Tiere. Doch wer jetzt denkt, dass die Jägerschaft streng darauf achtet den Bestand gesund zu erhalten und nur Jagd auf diese Kümmerlinge macht, liegt falsch. Abgesehen von ein paar wenigen umsichtigen Jägern erbeuten viele andere Jäger gern die Hirsche mit dem stattlichen Geweih. Man will ja auch ein wenig angeben, vor den Jagdkollegen und sich als Held feiern lassen. Weibliche Tiere werden bei dieser Jagd meistens verschont, weil sie sich im nächsten Jahr erneut fortpflanzen sollen. Auf welche Ziele sollten die Jäger auch schießen, wenn sie die zukünftigen Muttertiere beseitigen? 

Statt auf das schwache Tier, welches den Winter nur knapp überlebt hat, schießen sie also lieber auf den Platzhirsch. Damit beeinflussen sie den Bestand negativ. In Westeuropa tragen Hirsche ein viel kleineres Geweih als in den Weiten Russlands. Dies ist eine direkte Folge der Trophäenjagd. Wenn alle Hirsche mit einem großen Geweih abgeschossen werden, vermehrt sich die zweite Garde und gibt ihre Gene mit dem kleinen Geweih an die Nachkommen weiter. Mit ihrer Trophäenjagd züchten die Jäger Kümmerlinge.

 

Hirsche würden ihrer Art gemäß gern in offener Landschaft leben. Durch den Jagddruck leben sie jetzt im Wald und genau diese unnatürliche, erzwungene Lebensweise übt einen starken evolutionären Druck auf die Hirsche aus. Das große Geweih behindert die Tiere zwischen den Bäumen und ein großer Körper lässt sich nicht so leicht vor den Jägern verstecken wie ein kleiner Körper. Deshalb überleben mehr kleine als große Hirsche. Die Tiere werden deutlich messbar immer kleiner. Evolutionäre Veränderungen verlaufen unglaublich schnell. Bei veränderten Lebensbedingungen wird aus einer Art in wenigen Generationen eine ganz andere Art. Mit der Zeit wird sich der Hirsch in seiner Gestalt dem Reh immer weiter annähern. Vielleicht wird es uns irgendwann schwer fallen, die beiden Arten auseinander zu halten. Ohne Jagd würde der größte und stärkste Hirsch seine Gene an die nächste Generation weiter geben.

 

Die Jäger behaupten: "Die Winterfütterung ist notwendig weil zu viele Tiere die kalte Jahreszeit sonst nicht überleben."

Schauen wir uns auch diese Behauptung einmal etwas genauer an. Biologen haben herausgefunden, dass Hirsche ihren Stoffwechsel im Winter herunter fahren und viel weniger fressen als im Rest des Jahres. Sie ruhen viel und bewegen sich so wenig wie möglich. Wenn sie Nahrung zu sich nehmen, dann ist diese nicht besonders Energiereich. Ihr Körper hat sich darauf eingestellt und kommt gut damit zurecht. Alles ist so wie es sein soll. Die Starken überleben die Zeit des Mangels und die Schwachen machen Platz für eine neue Generation. Doch hier greift die Fütterung der Jäger ein. Viele Jäger geben dem Rotwild im Winter nicht nur mageres Heu, sondern Kraftfutter! Natürlich lieben die Hirsche dieses Futter. Sie fressen es mit der selben Leidenschaft, wie wir an einem Stück Schokolade knabbern. Doch dieses Kraftfutter tut ihnen nicht gut. Ihr Körper hat sich auf den Winter eingestellt und den Energieumsatz herunter gefahren. Also versuchen die Hirsche gegenzusteuern und schälen die Bäume des Waldes weil die Baumrinde nur sehr wenige Nährstoffe enthält. Sie versuchen instinktiv einen Ausgleich zum Kraftfutter zu erreichen. Für die Jäger ist es natürlich wunderbar, wenn durch ihre Fütterung so viele Tiere wie möglich den Winter überleben. Dann können sie im kommenden Jahr um so mehr schießen. Das ist ja auch der einzige Grund für die Winterfütterung. 

 

Dagegen ist der Waldbesitzer angeschmiert. Er muss sich damit abfinden, dass viele seiner jungen Bäume eingehen. Wenn er sich bei den Jägern beklagt, werden die ihm natürlich versichern dass sie im nächsten Winter noch mehr Futter auslegen werden, um so dass Wild von seinen kostbaren Bäumen fern zu halten. Viele Waldbesitzer wissen nicht, dass erst die Wildfütterung der Auslöser für ihre Waldschäden ist. Ihnen wäre viel mehr gedient, wenn ein Rudel Wölfe die Hirsche in Bewegung halten würde. Dann gäbe es nur noch minimale Schäden an den Bäumen. Es müssten noch nicht einmal mehr Zäune um die Neuanpflanzungen herum errichtet werden. Zurzeit gibt es in Deutschland etwa dreimal so viele Hirsche wie vor 50 Jahren. Die meisten dieser Hirsche wird man niemals auf einer offenen Wiese sehen. Sie halten sich lieber im sicheren Wald auf, wo sie zwangsläufig die Bäume verbeißen aber den Jägern auch nicht so schnell vor die Flinte laufen wie auf dem Feld. Im Wald finden sie Schutz und im Winter auch noch das ausgelegte Futter. Sie werden durch die Jagd regelrecht in den Wald gedrückt und durch das Futter in den Wald gelockt. Ohne die Jagd würden die Hirsche den Wald verlassen, auf den offenen Flächen Gras fressen und kaum noch Bäume verbeißen.

 

Schauen sie sich in diesem Video an, wie Hirsche sich kurz vor Sonnenaufgang verhalten. Es ist bereits hell genug, dass sie sehen wohin sie treten. Aber es ist auch noch dunkel genug, so dass sie die Kugeln der Jäger noch nicht fürchten müssen. So nutzen sie diesen kurzen Augenblick des Tages um ihre überschüssige Energie los zu werden. So bald die Sonne aufgegangen ist und es hell genug für die Jäger ist, verschwinden die Hirsche im Wald. Dort langweilen sie sich den ganzen Tag und verbeißen die Bäume.

 

Wölfe und Rehe

Der Bestand der Rehe wird von den Jägern künstlich hoch gehalten. Trotz des hohen Bestandes sehen sie Beutekonkurrenten gar nicht gern. Die Rückkehr der Wölfe wird von vielen Jägern vehement bekämpft und von einigen wenigen auch aktiv sabotiert. Sie schießen Wölfe heimlich obwohl das verboten ist, weil sie Angst vor den Beutekonkurrenten haben. Doch ist diese Angst begründet?

 

Wissenschaftler gehen davon aus, dass 2016 etwa 130 erwachsene Wölfe in Deutschland lebten. Wölfe ernähren sich zu 53 % von Rehwild. Ein Wolf benötigt pro Tag etwa 5 kg Fleisch. Rechnen wir einmal sehr großzügig und nehmen wir an, dass jeder dieser Wölfe an 200 Tagen im Jahr jeweils ein Reh erbeutet. Dann schlagen alle hier lebenden Wölfe maximal 26.000 Rehe im Jahr. Aber wie bereits gesagt, es ist eine sehr großzügige Rechnung. Denn Rehe wiegen deutlich mehr als 5 kg und kein Wolf schafft es tatsächlich, an 200 Tagen im Jahr ein Reh zu erbeuten. Es sind deutlich weniger als 26.000 pro Jahr.

 

Die Jäger erlegen in Deutschland seit 1992/93 pro Jahr mehr als 1.000.000 Rehe. In den Wolfsländern Brandenburg und Sachsen steigt und sinkt die Rehstrecke meist gemeinsam mit dem Bundestrend. Statistisch gesehen hat der Wolf dort also überhaupt keinen Einfluss auf den Bestand der Rehe.

 

Was bedeuten diese Zahlen? Die Anzahl der Wölfe in Deutschland müsste sich von 130 auf 5500 Stück erhöhen. Nur dann würden die Wölfe etwa genau so viele Rehe erbeuten wie die Jäger. Aber auch dann wäre der Rehwildbestand noch immer sehr hoch. Deutschland ist jedoch viel zu klein für 5500 Wölfe. Bei einer Reviergröße von 200 km² für 2 erwachsene Wölfe und bei einem Bestand von 3600 Tieren geht ihnen die Fläche aus. In dieser äußerst großzügigen Rechnung ist noch nicht enthalten, dass Deutschland zu einem großen Teil aus urbanem Gebiet besteht, in dem Wölfe gar nicht leben können, weil ihnen hier die Beute fehlt. Aus diesem Grund können sich die Wölfe gar nicht so stark vermehren. Es geht ihnen schon lange vorher die Fläche aus. Deshalb  können sie den Bestand der Rehe auch nicht gefährden. Außerdem wird der Bestand der Beutergreifer immer von den Beutetieren beeinflusst und nicht umgekehrt. Die Angst der Jäger, dass die Wölfe ihnen die Rehe als Beute streitig machen, ist also vollkommen unbegründet.

 

Fuchsjagd

Um die Tötung von jährlich einer halben Million Füchse zu rechtfertigen, wird ihnen von den Jägern das Image eines Krankheitsüberträgers verpasst. Dabei sprechen die Fakten eine ganz andere Sprache. Laut der WHO ist Deutschland seit 2008 frei von Tollwut, und der Fuchsbandwurm zählt laut dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg zu den seltensten Parasiten Europas. Füchse sind also keine Krankheitsüberträger und das Argument der Jäger ist falsch. Dagegen beseitigen sie Aas und verhindern damit Krankheiten und Seuchen unter dem Vieh.

 

Die ganzjährige Fuchsjagd führt in jedem Frühling dazu, dass unzählige junge Füchse im Bau verhungern und verdursten, weil die säugende Fähe erschossen wurde. Das Märchen vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierung der Füchse. Anders als von Jägern oft behauptet, vermehren sich unbejagte Fuchsbestände keinesfalls endlos. Bei hoher Populationsdichte und geringem Jagddruck beschränken komplexe Sozialstrukturen die Vermehrungsrate. Es kommen dort viel weniger Welpen zur Welt, als in den Gebieten mit hohem Jagddruck. Für die Jäger ist der Fuchs nur ein verhasster Beutekonkurrent, den sie für den Rückgang des Niederwildes verantwortlich machen. Deshalb schießen sie erst den Fuchs und dann die Hasen, Rebhühner und Fasane. Da kann man nur sagen: "Waidmannsheil". 

 

Ist der Fuchs am Rückgang des Niederwildes schuld?

Es ist sehr leicht den Rückgang von Feldhasen, Rebhühnern, Fasanen und vielen anderen Tieren dem Fuchs in die Schuhe zu schieben. Doch das Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin hat festgestellt dass der Fuchs keine Bedrohung für das Niederwild ist. Er ernährt sich größtenteils von Mäusen. Jäger hingegen schlagen große Lücken in den Bestand des Niederwildes.  

 

Die Niederwild Arten sind auch vom stetigen Rückgang ihres Lebensraumes bedroht. Für die Jungenaufzucht und für den Nahrungserwerb sind Hasen, Rebhühner, Fasane und viele andere Tiere auf die Vielfalt der Flächen angewiesen. Auf einer ausgedehnten Ackersteppe kann kaum ein Tier überleben. Sie brauchen Wiesen, Brachen, Hecken, Baumgruppen und Natur belassene Feldraine. Bis 2007 gab es eine gesetzliche Förderung zur Flächenstilllegung. Damals gab es auf diesen Brachflächen eine eindeutige Steigerung der Bestände vieler Niederwildarten. Allerdings war die Zunahme nur vorübergehend. Als das Gesetz auslief und die Flächen wieder in die industrielle Landwirtschaft integriert wurden, nahmen die Bestände des Niederwilds sehr schnell wieder ab.

 

Viele Tiere fallen den Landmaschinen zum Opfer. Junge Hasen und Kitze ducken sich in ihre Mulde und flüchten nicht, wenn die Traktoren oder Mähdrescher näher kommen. Sie vertrauen auf ihre Tarnung und werden überfahren oder vom Mähwerk zerfetzt. Als wäre das nicht genug, zerschneiden wir unser Land immer weiter in immer kleinere Stücke durch den Straßenbau. Grünbrücken sind sehr teuer und werden fast nur über Autobahnen gebaut. Ihre Anzahl reicht bei weitem nicht aus und so können viele Arten nicht mehr wandern. Sie werden auf immer kleinere Gebiete beschränkt, was wiederum gefährliche Inzucht zur Folge hat. Derartig geschwächt wird das Immunsystem der Tiere auch mit ganz normalen Krankheiten nicht mehr fertig. Die Gefahr der Inzucht besteht übrigens auch für einige Insekten. Denn auch für Laufkäfer ist es fast unmöglich eine viel befahrene Autobahn zu überqueren.

 

Zusätzliche Ursachen für den Rückgang sind die sogenannten Pflanzenschutzmittel aus dem Chemielabor, die Behandlung von Saatgut mit Imidacloprid, einem giftigen Insektizid und die weiträumige Verteilung von Gülle auf dem Acker. Waren sie schon einmal in der Nähe eines Ackers, auf dem gerade Gülle ausgebracht wurde? Wissen sie wie schrecklich es dort stinkt? Wären sie ein Hase, würden sie an einem solchen Ort ihre Nahrung suchen? Dabei ist es so einfach mit der Gülle fertig zu werden! Es braucht nur die gesetzliche Vorgabe, dass Gülle in Biogasanlagen genutzt werden muss und nicht mehr unbehandelt auf dem Acker ausgebracht werden darf. Aber statt Gülle, wird in den Biogasanlagen Mais als Energiepflanze verwendet. Überall wird Mais angebaut und deshalb spricht man bereits von der "Vermaisung" der Landschaft. Niederwild kann ebenso wenig in einer Maiswüste überleben wie auf einem nach Gülle stinkenden Acker.

 

Wer kann jetzt noch behaupten, dass der Fuchs am Rückgang des Niederwildes verantwortlich ist und deshalb geschossen werden muss?

 

Fuchs Baujagd

Eine der wirklich schlimmsten Traditionen ist die Baujagd. Füchse teilen sich häufig einen ausgedehnten Bau mit Dachsen. Diese Baue haben meistens mehrere Eingänge. Alle diese Fluchtwege werden bei einer Baujagd von den Jägern versperrt. Dann schicken sie einen scharfen Hund, meistens einen Dackel hinein. Er soll das "Raubzeug" hinaus treiben. Es kann sich wohl niemand vorstellen, was sich bei einer solchen Jagd im Innern des Baues abspielt. Jedes Tier hat dort unten längst mitbekommen, dass Menschen an den Ausgängen auf sie warten und so verkaufen sie ihre Haut so teuer wie möglich in einem Kampf auf Leben und Tod. So eine Baujagd kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Stellen sie sich diese Quälerei einmal vor! Tiere die stundenlang um ihr Leben kämpfen! Trotz ihrer Ausbildung werden die Hunde dabei häufig verletzt und müssen nach dem Kampf zum Tierarzt. Für die Dachse und Füchse geht der Kampf in den meisten Fällen tödlich aus. Mit einer Jagd hat dieses Treiben nichts zu tun. Es ist nur ein Abschlachten friedlicher Tiere, die ihre Aufgabe in der Natur erfüllen. Sie werden weder gegessen noch wird ihr Fell verwertet. Sie werden einfach nur umgebracht.

 

Den Hunden wird in einer so genannten Schliefanlage beigebracht, was sie in einem echten Bau zu tun haben. Diese Beton Konstruktion aus Röhren und Kammern, ist einem Fuchsbau nachempfunden und hat nur einen einzigen Zweck. Sie dient der Ausbildung von Bauhunden am lebenden Fuchs.

Dazu wird zu Beginn der Ausbildung ein junger Fuchs in das Röhrensystem eingesetzt. Mit verschiebbaren Gittern wird er an der Flucht gehindert und vom Hund gestellt. Später dürfen die Füchse dann auch etwas älter und wehrhafter sein. Die Füchse werden vom Betreiber der Schliefanlage extra für diesen Zweck gezüchtet. Ihr Schicksal ist immer der Tod. 

 

Landwirte und Füchse

Es gibt immer wieder sehr starke Mäusejahre. Dann bevölkern tausende dieser Tiere die Wiesen und Felder der Landwirte. Auf ihren Flächen fressen die Mäuse sich voll mit Gras, Kräutern, Samen und natürlich auch mit Getreide. Allerdings haben sie die Angewohnheit alles immer nur anzufressen und den Rest liegen zu lassen. Egal ob Weizen, Roggen oder Gerste. Im Durchschnitt verliert ein Landwirt 10 Prozent und im extrem Fall sogar 50 Prozent seiner Ernte an die Mäuse.

 

Ein Fuchs fängt in normalen Jahren etwa 7500 Mäuse. In sehr starken Mäusejahren können es auch schon einmal deutlich mehr werden.

Wenn man davon ausgeht, dass eine Maus nur 10 g Getreide pro Tag frisst, würden 7500 Mäuse pro Jahr mehr als 27 Tonnen Getreide vertilgen. Doch ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Vermutlich ist der Schaden um ein Vielfaches höher, auch wenn das Getreide nicht das ganze Jahr auf dem Halm steht. Denn Mäuse fressen keine einzelnen Körner. Sie machen sich über die Getreideähren her, fressen ein wenig und lassen den Rest zu Boden fallen. Sie verursachen schwere Schäden an Wurzelgemüsen, Stauden, Kartoffeln, Obstbäumen und anderen Nutzpflanzen. Noch nicht einmal vor den Zuckerrüben machen sie halt. Zu den direkten Verlusten kommt der noch größere Aufwand für die Bekämpfung der Mäuse. In einem Jahr können allein dafür leicht mehrere tausend Euro zusammen kommen. Kein Beutegreifer kann den Bestand seiner Beute regulieren oder gar vernichten, auch ein Fuchs kann nur seinen Beitrag in der Natur leisten. Aber jetzt kann sich jeder Landwirt selbst ausrechnen wie viel Geld ein lebender Fuchs seinem Betrieb insgesamt einspart. Schauen sie sich in diesem Video an, wie erfolgreich der Fuchs bei der Mäusejagd ist.

 

Hasenjagd

Es gibt wohl keine Rechtfertigung für die Jagd auf Hasen, denn ihre sogenannten Schäden sind so gering dass sie nicht messbar sind. Hasen graben keine Baue und sie gestalten die Landschaft nicht nach ihrem Gutdünken. Alles was sie zum Leben brauchen, sind ein paar Grashalme und ein paar Kräuter. Trotzdem werden Hasen in Deutschland immer noch gejagt, obwohl sie unter Naturschutz stehen und obwohl sie auf der "Roten Liste" der gefährdeten Arten stehen.

 

Warum werden in ihrem Bestand gefährdete Tierarten, die auf der roten Liste stehen bejagt? Wo ist der Sinn dieser angeblich so dringlich notwendigen Regulierung des Bestandes. Wie kann die Jagd auf eine in ihrem Bestand gefährdete Tierart dem Schutz der Natur dienen?

 

Es gibt keinen einzigen Grund, der für die Hasenjagd spricht. Hier geht es nur um die reine Lust auf ein bewegtes, schnelles Ziel zu schießen. Es geht darum Beute zu machen, um das Erfolgserlebnis, die Lust am Töten. Dabei haben die Hasen uns Menschen viel mehr zu bieten, als ihr Fell und ihr Fleisch! Schauen sie sich in diesem Video an, wie schön diese Tiere sind.

 

Wildschweinjagd

Genau wie Füchse haben Wildschweine unter hohem Jagddruck eine deutlich höhere Fruchtbarkeit, als in den Gebieten in denen kaum oder gar nicht gejagt wird. Zudem haben es die Jäger oft auf die Leitbache abgesehen. Sie schießen diese Tiere jedoch nicht deshalb, weil sie den Bestand senken wollen. Sie wissen ganz genau, dass bei den anderen weiblichen Wildschweinen die Geschlechtsreife deutlich früher eintritt, wenn die Leitbache tot ist. Denn die Leitbache synchronisiert mit ihrer Rausche die Zahl der Frischlinge in der von ihr geführten Großfamilie. Alle jüngeren Bachen werden durch ihre chemischen Signale in ihrem Brunstzyklus gehemmt. Jugendliche Weibchen, die Frischlingsbachen bleiben so von der Fortpflanzung vorerst ausgeschlossen. Ist die Leitbache tot, fehlen die regulierenden chemischen Signale in der Rotte. Noch bevor die Jungtiere das erste Lebensjahr vollendet haben, werden die Frischlingsbachen trächtig. So erhöhen die Jäger mit nur einem einzigen Schuss auf die Leitbache den Bestand in ihrem Revier und haben immer genug Tiere zum schießen. Dort wo die Tiere in Ruhe gelassen werden ist die Vermehrungsrate der Wildschweine deutlich kleiner. Ihre Geschlechtsreife tritt später ein und die Tiere haben ein höheres Durchschnittsgewicht. Damit ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen nicht nur vom Futterangebot abhängt, sie wird von der Jagd negativ beeinflusst.

 

Der Einsatz von Nachtzielgeräten ist in Deutschland verboten. Ein paar schwarze Schafe unter den Jägern scheren sich jedoch nicht um das Verbot. Sie befestigen einfach ein Nachtsichtgerät an ihrer Waffe. Falls sich jemand in der Nacht ihrem Hochsitz nähert, sehen sie ihn bereits aus großer Entfernung und nehmen das Gerät einfach ab. So ist es fast unmöglich diese Gesetzesbrecher zu erwischen. Werden sie doch einmal erwischt und tatsächlich auch verklagt, werden die Täter häufig zu milden Geldstrafen veruteilt oder die Verfahren werden gleich eingestellt.

Mit solchen Geräten sind die Chancen von Jäger und Beute in der Nacht sehr ungleich verteilt. Noch nicht einmal die klugen und äußerst vorsichtigen Wildschweine haben dann noch eine Chance zu entkommen.

 

Jagd auf Waschbären

Jäger glauben dass sie die Waschbären mit der Waffe in Schach halten und ihren Bestand kontrollieren können. Doch sie erreichen mit ihrer Knallerei das genaue Gegenteil. Verliert ein Weibchen seine Jungen durch die Jagd, wird es sofort wieder empfängnisbereit und bringt noch im gleichen Jahr einen neuen Wurf zur Welt. Sie gleicht die Verluste also problemlos aus.

 

Wissenschaftler haben festgestellt, dass in einer intakten Gruppe die einjährigen weiblichen Waschbären normalerweise keinen Nachwuchs haben. Wird jedoch die Mutter erschossen und bleiben die Jungen allein, dann passiert bei diesen Jungtieren genau das Gleiche wie bei den Frischlingsbachen. Sie bekommen bereits im ersten Jahr Nachwuchs. Ohne die Jagd wäre die Gesamtpopulation durch die natürliche Geburtenkontrolle annähernd stabil geblieben. Durch die Jagd steigt sie sprunghaft an und der Altersdurchschnitt der Tiere sinkt rapide. Damit erweist sich die Jagd als wirkungslos, ja als kontraproduktiv. Es ist in Deutschland noch nie gelungen Waschbären durch vermehrte Jagd aus einem Gebiet dauerhaft zu vertreiben. Immer wieder wanderten schon bald darauf andere Waschbären aus der Umgebung in das frei gewordene Territorium ein und nahmen das Revier in Besitz.

 

Fallenjagd

Kaum jemand weiß dass die Fallenjagd in Deutschland immer noch erlaubt ist und dass sie auch praktiziert wird. Jeder Jäger, der einen Fallenlehrgang absolviert hat darf mit der Falle jagen. Mit dieser Jagdmethode wird insbesondere dem Fuchs und dem Marder nachgestellt. Weil jedoch auch viele Haustiere darin sterben versuchen die Jäger die Fallenjagd vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.

 

Totschlagfallen sollen zwar sofort töten, tun dies aber oft nicht. Viele Tiere sterben in diesen Fallen einen langsamen und qualvollen Tod.

 

Lebendfallen sind meist aus Draht oder Holz gebaute Kästen, in die ein Tier mittels Köder oder Duftstoff gelockt wird. 
So bald sich die Falle schließt geraten jedoch viele Tiere in Panik. Viele verletzten sich durch ihre verzweifelten Fluchtversuche schwer. In ihrer panischen Todesangst stehen die Tiere unter hohem Stress. Einige sterben sogar an Herzversagen, andere liegen schwer verletzt oft über Stunden oder gar Tage hungernd und durstend, von grausamen Schmerzen gepeinigt in der Falle. Alle Fallen müssen laut Gesetz einmal täglich kontrolliert werden. Vielfach geschieht dies jedoch nicht und so wird aus einer Lebendfalle häufig eine Todesfalle.

 

Jäger behaupten, dass die gefangenen Tiere an anderer Stelle wieder auswildert werden. Das gilt jedoch nicht für Marder und Füchse. Kein Marder und kein Fuchs verlässt eine Lebendfalle lebend. Was also macht ein Jäger mit einem gefangenen Marder? Wie bringt er ihn um? Die einfachste Methode ist der mitgebrachte Sack. In diesen Sack wird der Marder hinein geschüttet und so lange auf den Boden geschleudert bis das Tier darin sich nicht mehr bewegt. Schläge mit einem schweren Knüppel führen zum gleichen Ergebnis. Füchse sind zu schwer um sie auf den Boden zu schlagen. Bei ihnen kommt der Knüppel zum Einsatz oder es wird ihnen mit einer Pistole ins Gehirn geschossen.

 

Fallen werden in der Nähe von Hochsitzen aber auch in Schrebergärten, Holzstapeln, Feldgehölzen, Betonröhren, Scheunen und Strohhaufen aufgestellt. Reisighaufen und Zäune sind ebenfalls beliebte Fallenstellplätze. Die Fallen werden mit Zweigen oder Laub getarnt um sie so vor den Blicken der Spaziergänger zu verbergen. Deshalb werden sie als Spaziergänger die gut getarnten Fallen wohl niemals zu sehen bekommen, denn die Tiere sollen die Falle ja auch nicht sehen. Sie müssen nur den Köder riechen. So werden sie mit ihrer Nase hinein gelockt. Als Lockmittel für Füchse nutzen die Jäger eine Hand voll Maikäfer und Regenwürmer, dazu ein paar Tropfen Baldrian oder Fuchsurin. Diesem Duft kann kein Fuchs widerstehen. Allerdings gehen auch viele Hunde und Katzen diesem Duft auf den Leim. Wenn sie also ihren Hund oder ihre Katze vermissen, kann es durchaus sein dass ihr Tier sein Leben in einer Falle gelassen hat. 

 

Es gibt sogar Fallen für Wildschweine. Sind die Tiere gefangen, werden sie von einem Waidmann einfach erschossen. Oft werden Frischlinge gefangen, während die Bache draußen ist, nicht zu ihren Kleinen hinein kann und sie auch nicht befreien kann. Selbst Jäger schütteln über dieses entsetzliche Treiben den Kopf, denn das hat mit der Jagd dem Tierschutz nichts mehr zu tun.

 

Hier ein Video aus England. Es zeigt deutlich wie es einem Fuchs ergeht, wenn die Schlagbügelfalle zuschnappt.

 

Hochsitze sind nicht waidgerecht

In einer steinzeitlich lebenden Gesellschaft ist die Jagd lebensnotwendig. Sie dient der Beschaffung von Lebensmitteln, Leder und Fell für Kleidung, Knochen und Hörnern für Werkzeuge. Die Jäger von heute sind damit verglichen keine richtigen Jäger mehr. Viele können keine Spuren lesen und sind nicht mehr in der Lage das Wild zu verfolgen.

Sie können sich nicht waidgerecht an das Wild heran pirschen. Sie kommen keinem Tier auf Augenhöhe so nah, dass es für einen Schuss reicht. Deshalb sitzen diese Meisterschützen in hinterhältiger Weise auf ihren Hochsitzen, ausgerüstet mit hochmoderner Technik und ballern von oben drauf los. Sie jagen nicht weil sie das Fleisch, das Fell oder die Knochen brauchen. Sie wollen nur mit ihren Trophäen angeben. Die Jagd vom Hochsitz hat überhaupt nichts mehr mit Geschicklichkeit und Mut zu tun, was eine traditionelle Jagd ausmacht.

Die Tiere sind durch die ständige Knallerei so scheu geworden, dass die meisten Jäger wohl entnervt aufgeben und ihre Flinte an den Nagel hängen würden, wenn sie vom Gesetz verpflichtet wären, auf Hochsitze zu verzichten. Weil sie jedoch Tiere schießen wollen, obwohl sie ihren feinen Sinnen nicht gewachsen sind, bauen sie diese Schießstände überall! Nicht nur auf Weiden oder am Rand von Feldern, sondern auch im Wald. Dort wo das Wild versucht Ruhe zu finden, wo es sich sicher fühlt vor den Kugeln, dort wird ihm von den Hochsitzen herunter hinterhältig aufgelauert.  

Hier braucht sich der Schütze nicht mehr anzupirschen. Er sitzt nur noch geräuschlos und bewegungslos da und wartet in seiner erhöhten und getarnten Position bis das Wild aus der Deckung tritt. Damit sind die Jäger zu heimtückischen Heckenschützen gewordenen. Mit einer waidgerechten Jagd, einem Fair Play zwischen Jäger und Beute, hat diese Art des Tötens nichts mehr zu tun.

Rehe und Hirsche können hervorragend sehen und hören. Sie nehmen alles war, was sich bewegt. Doch wenn der Jäger sich auf seinem Hochsitz nicht bewegt, ist er für die Tiere unsichtbar und auch unhörbar.

So bleibt ihnen nur noch ihr Geruchssinn. Doch auch daran haben die Jäger bei der Errichtung ihrer Hochsitze gedacht. Sie sind so hoch, dass der Wind ihren verräterischen Geruch über ihre Beute hinweg trägt. Deshalb stehen die Tiere oft minutenlang am Waldrand, bevor sie die Lichtung betreten. Sie versuchen alles um eine Gefahr auszuschließen. Doch in diesen Minuten stehen sie wie auf dem Präsentierteller, als leichte Beute für die Heckenschützen.

 

Abgesehen davon sind diese Hochsitze eine Beleidigung für das Auge. Viele sind in schlechtem Zustand und nicht mehr nutzbar. Trotzdem werden sie nicht abgerissen und entfernt. Sie bleiben einfach stehen und verschandeln die Landschaft.

 

Spaziergänger machen das Wild scheu?

Jäger behaupten, Spaziergänger machen das Wild im Wald scheu und treiben es in Panik auf die Straßen und vor die Autos. Das ist falsch! Tiere sind nicht von Geburt an scheu. Sie erlernen die Panik vor dem Menschen durch die Jagd. Erst wenn es knallt und Artgenossen blutend auf der Strecke bleiben, beginnen die Tiere den Menschen zu fürchten.

Selbst wenn im Wald irgendwo in weiter Ferne geschossen wird, wissen alle Tiere in der Umgebung, dass es jetzt sehr gefährlich ist, sich aus der Deckung zu wagen. Sie verkriechen sich voller Angst auch dann ins Dickicht, wenn ihre eigene Art durch die Schonzeit geschützt ist. Wie sollte ein Reh oder ein Hirsch auch wissen, dass der Jäger es auf den Fuchs, das Kaninchen, oder den Hasen abgesehen hat?

So lebt das Wild ganzjährig in Angst, weil Jäger in der Natur herumballern und damit als Nebeneffekt gleich alle wild lebenden Tiere einem ununterbrochenen Jagdstress aussetzen.

Die Menschenscheu der Wildtiere und ihre übersteigerte Angst vor Wanderern ist nur eine Nebenwirkung der Jagd.

So lange sie keine schlechten Erfahrungen mit den Menschen gemacht haben, fliehen sie auch nicht kopflos. Ein Beispiel sind die Wildschweine in Berlin, die sich vollkommen gelassen durch die Stadt bewegen. Ein weiteres Beispiel ist der Kanton Genf. Dort ist die Jagd verboten und das Wild hat so gut wie keine Angst mehr vor den Menschen.

 

Schauen sie sich in diesem Video an, wie ein junges Reh sich verhält, wenn es noch keine schlechten Erfahrungen mit dem Menschen gemacht hat.

 

Jagd auf Haustiere

Im Jahr 2005 haben Jäger laut einer ZDF-Sendung (37 Grad) 286.322 Katzen in Deutschland erschossen, in Fallen gefangen oder vergiftet. Für die Anzahl, der von Jägern getöteten Hunde gibt es nur Schätzungen. Sie liegen bei ca. 30.000 pro Jahr.

Im Bundesjagdgesetz ist immer noch verankert, dass Jäger die Wildtiere vor unseren Haustieren schützen dürfen, wenn diese in ihrem Revier wildern. Deshalb darf sich eine Katze, je nach Bundesland, zwischen 200 und 500 Meter vom nächsten bewohnten Haus aufhalten. Entfernt sie sich darüber hinaus, ist sie zum Abschuss freigegeben.

 

Ein Hund sollte immer in Hör- und Rufweite seines Halters aufhalten. So bald er sich aus diesem Bereich hinaus bewegt, darf auch er geschossen werden wenn er wildert. Vieles liegt im Ermessenspielraum des Jägers und so ist es bereits geschehen, dass Hunde vor den Augen ihrer Halter in nur wenigen Metern Entfernung erschossen wurden, nur weil sie die Nase am Boden hatten.

 

Achten sie auf ihre Haustiere und bewaffnen sie sich stets mit einer Kamera, wenn sie mit ihnen in der Natur unterwegs sind. So lassen sich bei einem derartigen Vorfall leichter Beweise sichern. 

 

Jagd in Schutzgebieten und Nationalparks

Haben sie gewusst, dass in den meisten Schutzgebieten und sogar in den Nationalparks uneingeschränkt gejagt werden darf? Immer wieder wird dort das Argument des zu großen Wildbestandes angeführt. Doch was sind das für Schutzgebiete, in denen die Tiere nicht geschützt werden? Warum lassen wir der Natur nicht wenigstens in unseren Nationalparks genügend Zeit zur Selbstregulierung? Das Beispiel Yellowstone hat gezeigt, dass wir sehr wohl auf die Jagd verzichten können, wenn wir nur wollen. 

 

Jagd als Tradition

Jäger reden oft von der uralten Tradition ihres Handwerks, fast so als wäre die Jagd etwas Heiliges. Bis vor wenigen Jahren gab es in Papua-Neuguinea eine ebenso alte Tradition. Dort wurden Menschen gegessen! Es kann ja sein, dass es auch heute noch einige alte Papuas gibt, die den Bruch mit der Tradition bedauern. Aber sollte man weiterhin Menschen essen, nur weil es eine alte Tradition ist?

 

Großwildjagd im Ausland

Manche Leute sagen, dass die Länder in Afrika auf das viele Geld der Großwildjäger angewiesen sind. Doch das meiste Geld kommt überhaupt nicht bei den einfachen Menschen an. Etwas mehr als die Hälfte steckt sich der Veranstalter in die Tasche. In den meisten Fällen sind diese Veranstalter Amerikaner oder Europäer. Der Rest verschwindet in den tiefen Taschen von korrupten Afrikanern. Kaum ein Dollar und kaum ein Euro von diesen Großwildjagden wird für den Naturschutz eingesetzt. In Simbabwe bekommen die Ranger einen Hungerlohn. Allein von den 50.000 Euro die dieser Zahnarzt Dr. Walter James Palmer für die Jagd (oder sollte man es besser Mord nennen?) auf den Löwen Cecil bezahlt hat, könnte man alle Ranger des Landes ein Jahr lang bezahlen. Aber wie gesagt, das Geld kommt nicht dort an wo es gebraucht wird. Der Löwe Cecil ist vollkommen umsonst gestorben, nur für die geistige Selbstbefriedigung dieses Zahnarztes. Würde man die Großwildjagd weltweit verbieten, entstünde dem Naturschutz kein Schaden. Im Gegenteil! Einige Großwildjäger würden gezwungener Maßen zur Kamera greifen. Auch an einer Fotosafari kann man sehr viel Geld verdienen. Botswana macht es vor wie es geht! Dort lässt man jedes Jahr nur wenige Touristen ins Land und die Touristen zahlen die hohen Preise gern. Dort geht das Geld durch viele Hände und ernährt das halbe Land.

 

 

Gatterjagd

Eine besonders perfide Form der Jagd ist die Gatterjagd. Dafür werden eigens Löwen gezüchtet. Diese Tiere sind oft handzahm weil die Züchter junge Leute aus aller Welt für die Aufzucht benutzen. Diese Volontäre zahlen auch noch Geld dafür, dass sie ein paar Wochen mit den Löwen arbeiten dürfen. Sie investieren ihr Geld, ihre Zeit, ihre Arbeitskraft und ihre Liebe in diese Tiere und werden dafür von den Züchtern angelogen. Die erzählen ihnen, dass ihre Arbeit in der "Wildtierauffangstation" sehr wichtig für den Naturschutz ist. Angeblich sollen die zahmen Löwen ausgewildert werden. Doch das ist bisher noch nicht ein einziges Mal passiert. Stattdessen werden die jungen Leute belogen und missbraucht. Sie arbeiten unwissentlich für die Gatterjagd.

 

In der Löwenindustrie werden die Jungtiere viel zu früh von ihren Müttern getrennt damit die so schnell wie möglich wieder paarungsbereit sind. Für die Züchter ist das sehr praktisch und eröffnet ihnen ein weiteres Geschäftsfeld. Denn mit den Babys lässt sich viel Geld verdienen. Man drückt die Kleinen den Touristen in die Hand und lässt sie für das Selfi mit den Babylöwen teuer bezahlen. Die unwissenden Touristen unterstützen damit ebenfalls die Gatterjagd.

 

Durch die fehlende Muttermilch treten vielfach Mangelerscheinungen auf. Die Jungtiere leiden unter verschiedensten Krankheiten. Doch diese Krankheiten nimmt man besonders bei den weiblichen Junglöwen in Kauf, denn sie sind für die Gatterjagd ohnehin nicht interessant. Sie werden getötet, so bald sie zu groß und nicht mehr niedlich genug für die Touristenfotos sind. Nach dem man ihnen das Fell abgezogen hat, werden die Knochen vom Fleisch befreit, getrocknet und an die Quacksalber der traditionellen Chinesischen Medizin verkauft. Die zahlen für die Knochen der jungen Löwinnen horrende Preise.

 

Nur die männlichen Löwen eignen sich für die Gatterjagd. Je prachtvoller und dunkler ihre Mähne, umso höher ist der Preis für diese Löwen. Bis kurz vor ihrem unvermeidlichen Ende werden die Tiere auf engem Raum in viel zu großen Rudeln gehalten. Ein paar Tage bevor der Schütze kommt, entlässt man die ausgewählten Tiere in ein größeres Gatter, in dem sie zum ersten Mal den Horizont sehen. Diese Löwen erinnern sich noch gut daran, wie sie den Volontären aus der Hand gefressen haben und wie sie gestreichelt und geliebt wurden. Sie haben noch nie ein lebendes Beutetier gesehen und wissen nicht, dass Menschen gefährlich sind.

 

So bald der Schütze auf der Farm eintrifft, bekommt er eine Sicherheitseinweisung. Man erklärt ihm an welchem Punkt er das Tier treffen soll und stellt ihm einen "Fährtenleser" zur Seite. Alles wird so dargestellt, als wäre es unglaublich schwierig, den Löwen aufzuspüren und zu töten. Dem Schützen wird erklärt wie gefährlich das Tier ist und dass er nicht aufhören soll zu schießen, so lange es sich bewegt. Dann besteigt der Schütze einen Jeep und wird in die Nähe des Gatters gefahren. Der Löwe kennt natürlich das Geräusch des Autos von der Fütterung und kommt dem Schützen entgegen. Wenn er merkt, dass er dieses Mal kein Futter bekommt, trollt er sich wieder und das ist meistens der Moment in dem der Schuss fällt. Hinterhältig wird der handzahme Löwe in diesem eingezäunten Gelände mit einem Gewehr oder mit Pfeil und Bogen erschossen. Von einer Jagd kann man hier nicht sprechen. Das hat absolut nichts mehr mit einer Jagd zu tun.

 

Wer jetzt glaubt, dass die Gatterjagd nur in Afrika betrieben wird, liegt falsch. Auch in Österreich wurden Wildschweine in einem eingezäunten Gelände gehalten und zum reinen Ballerspaß betagter Herren als behaarte Zielscheiben verwendet.

 

 

Schusswaffen in unserer Gesellschaft

Pro Jahr werden insgesamt ca. 800 Jagdunfälle gemeldet. Bis zu 40 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland durch die Waffen der Jäger. Immer wieder wird auf Spaziergänger, Reiter, Pilzsammler oder spielende Kinder geschossen. Es werden Treiber mit Wildschweinen verwechselt, betrunkene Jäger schießen auf Autos und gehörnte Jäger richten ihre Waffe auf die untreue Ehefrau oder den Rivalen. Nachbarn werden im Streit erschossen und sogar die eigenen Kinder kommen bei Unfällen zu Schaden, weil die Waffen nicht ordungsgemäß verschlossen waren. Mit der Abschaffung der Jagd werden diese Waffen aus unserer Gesellschaft verbannt. Wir alle werden deutlich sicherer leben und die Tiere werden zu ihrem natürlichen Verhalten zurück finden.

Schusswaffen gehören einfach nicht in die Hände von mehr als 350.000 unkontrollierbaren Freizeitjägern! 

 

Was geschieht wirklich in Gebieten ohne Jagd?

Jäger behaupten dass sie in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft regulierend eingreifen müssen, weil die Raubtiere verschwunden sind. Allein diese Behauptung ist eine Frechheit! Wolf Bär und Luchs sind nicht einfach VERSCHWUNDEN. Sie wurden von den Jägern AUSGEROTTET! So etwas wird heute als Verbrechen gesehen. Die Jäger leiten somit ihr Existensrecht von diesem Verbrechen ihrer Vorfahren her. Sie behaupten dass sie als Regulativ gebraucht werden weil sich bestimmte Wildarten ohne ihr Eingreifen außerordentlich stark vermehren und andere Wildarten diesen zum Opfer fallen würden. Ist das wirklich so? Fressen Rehe so viel Gras, dass die Hasen verhungern? Diese dämliche Frage kann sich wohl jeder selbst beantworten. Brauchen wir die Jäger als Ersatz für die Raubtiere?

 

Als man im Winter 1995/96 ein Rudel Wölfe nach Yellowstone zurück brachte, veränderten sie die Natur des gesamten Parks grundlegend. Hirsche und Elche hatten sich sehr vermehrt und sie verhielten sich nicht mehr artgerecht. Sie standen den ganzen Tag in der Nähe der Flussufer und vernichteten zu viele junge, saftige Bäume. Die Wölfe hielten die Elche und Hirsche von nun an in Bewegung und schafften es, dass die Vegetation sich erholen konnte. Durch diesen Wandel in der Vegetation zogen erneut Biber in den Park ein. Sie waren jetzt wieder in der Lage ihre Burgen und Dämme zu bauen, weil an den Flüssen jetzt genügend große Bäume wuchsen, die sie fällen konnten. Mit den Bibern veränderten sich die Flüsse. Es gab weniger Erosion, die Wasserqualität verbesserte sich und die Anzahl der Fische stieg beträchtlich. Fischotter und Fischadler konnten sich wieder ernähren und genügend Fische für ihre Jungen fangen. Die Wölfe erhöhten auch den Druck auf die Kojoten, die zuvor ungestört die Nester der Bodenbrüter geplündert hatten. So steigerten sie ganz nebenbei die Anzahl der Vögel im Park. Vollkommen unerwartet erholte sich auch der Bestand der Gabelböcke in Yellowstone. Ohne die Wölfe hatten die Kojoten leichtes Spiel mit den Kitzen. Mit dem Einzug der Wölfe änderte sich das Grundlegend. Sie verschmähten die Kitze der Gabelböcke, sie waren ihnen als Beute viel zu klein. Aber sie duldeten auch keine Kojoten in ihrem Revier und so halfen sie ungewollt den Gabelböcken. Ihr Bestand erholte sich wieder von einem historischen Tiefpunkt. Sogar der Bestand der Grizzlybären erhöhte sich, da diese Tiere sich häufig von den Resten der Wolfsmahlzeiten ernähren. Die Wölfe veränderte das gesamte Ökosystem zum Positiven. Heute ist der Bestand der Elche, Hirsche, Kojoten und Wölfe im Park stabil und selbst vollkommen bornierte Jäger können nicht mehr behaupten, dass Wölfe den Bestand anderer Arten gefährden. 

 

Im Jahre 1974 entschied sich die Bevölkerung Schweizer Kanton Genf in einer Abstimmung gegen die Jagd auf Säugetiere und Vögel. Vor dem Referendum behaupteten die Jäger, dass der Feldhase den Füchsen und anderen Beutegreifern nun endgültig zum Opfer fallen würde, wenn sie dem Langohr mit ihren Flinten nicht zur Seite stehen würden. Doch das Gegenteil war der Fall. Der Feldhase vermehrt sich prächtig im Kanton Genf und denkt gar nicht daran auszusterben. Als weitere Folge des Jagdverbotes überwintern jedes Jahr ca. 800.000 Vögel an den Ufern des Genfer Sees und der Rhone.


Im Nationalpark Gran Paradiso im Nordwesten Italiens wird seit 1922 nicht mehr gejagt. Dort leben Gämsen, Rehe, Hirsche, Wildschweine, Hasen, Füchse, Marder und Adler. Zusätzlich zählte man etwa 6.000 Steinböcke. Weil die Tiere wissen, dass ihnen vom Menschen keine Gefahr droht, ist es möglich Steinböcke aus einer Entfernung von nur drei Metern zu fotografieren. Obwohl dort seit mehr als 90 Jahren auf die Jagd verzichtet wurde, konnte man keine negativen Entwicklungen beobachten. Die Bestände sind stabil und alle Tiere die im Winter sterben, werden im Frühjahr von den Aasfressen beseitigt.

 

Blei in Jagdgeschossen vergiftet Seeadler

Seeadler ernähren sich nicht nur von selbst gefangenen Fischen. Sie sind Opportunisten und fressen auch gern Ass. Doch viele ihrer tot aufgefundenen Opfer verenden nur deshalb, weil auf sie geschossen wurde. Finden Seeadler diese Tiere, vergiften sie sich an der bleihaltigen Munition. So ein Geschoss hinterlässt nach dem Auftreffen im Tierkörper Bleisplitter. Sie breiten sich in einem Durchmesser von 30 bis 40 cm um den Schusskanal aus. Die oft winzigen Bleifragmente sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie verbleiben im liegen gelassenen Aufbruch oder im Kadaver von angeschossenen und nicht gefundenen Wildtieren. Diese leichte Beute wird den Seeadlern schnell zum Verhängnis. Sie reagieren viel empfindlicher auf Blei als andere Vögel oder Säugetiere. Mit ihrer starken Magensäure lösen sie die Bleipartikel auf und vergiften sich bereits an kleinsten Splittern. Bei einer Bleivergiftung zeigen sich Symptome wie Muskelkrämpfe und Gleichgewichtsstörungen. Die Seeadler müssen sich erbrechen, sie speicheln und haben schlimme Atembeschwerden. In ihrem Körper wirkt sich das Blei verheerend auf ihre blutbildenden Systeme und ihre Verdauungsorgane aus. Nach einiger Zeit beeinträchtig es das Sehvermögen und hindert den Seeadler an der Jagd. Deshalb ist er gezwungen sich leichte Beute zu suchen. Findet er erneut angeschossene und verendete Tiere, kann eine wiederholte Aufnahme kleinster Bleimengen innerhalb von wenigen Wochen zu einer chronischen Bleivergiftung führen. Sie endet mit der Erblindung des Seeadlers, seiner Flugunfähigkeit und dem langsamen, qualvollen Hungertod.

 

Bereits seit Jahrzehnten stellen verschiedene Produzenten bleifreie Geschosse her. Obwohl in einer groß angelegten Studie der Deutschen Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd- und Sportwaffen e.V. (DEVA) die Sicherheitsbedenken zerstreut wurden, setzen viele Jäger noch immer auf Bleimunition. Dabei hat sich gezeigt dass bleifreie Munition ebenso wirksam ist und sogar weniger splittert.

Dies wurde durch eine sehr aussagekräftige Untersuchung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) eindeutig bestätigt. Es gibt absolut keinen Unterschied in der Wirksamkeit, zur bisher benutzten Bleimunition. Auch der Preis der Munition liegt genau im gleichen Bereich. Wenn sie also ein Jäger sind und das Töten von Tieren nicht lassen wollen, dann ist es jetzt an der Zeit umzusteigen! Verwenden sie wenigstens bleifreie Munition und schützen sie so unsere Seeadler! Sollte das kein Argument für sie sein, dann denken sie an sich selbst und an ihre Kinder. Was richtet über die Nahrung aufgenommenes Blei im menschlichen Körper an?

 

Blei in unserer Umwelt.

In Deutschland gab es 2013 etwa 350.000 Jagdscheininhaber. Diese Jäger schießen pro Jahr ca. 5 Millionen Wildtiere. 5 Millionen Tiere jedes Jahr – das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast zehn Tiere pro Minute. Demnach stirbt alle sechs Sekunden in Deutschland ein Tier durch Jägerhand. Diese Zahlen muss man erst einmal sacken lassen!

 

Rechnet man für jedes Tier nur einen einzigen Schuss, dann haben die Jäger 141 Tonnen Blei verschossen. Es ist nicht bekannt, wie viele verletzte Tiere den Jägern entkommen und mit dem Blei im Körper irgendwo verendet sind. Ebenfalls nicht bekannt ist die Zahl der Durchschüsse und Fehlschüsse. Es gibt auch keine verlässlichen Zahlen über die verschossene Munition bei der Vogeljagd.

 

Rechnet man damit, dass 90% der Geschosse in den getöteten Tieren verbleiben und von den Jägern ordnungsgemäß entsorgt werden und nur mit 10% unauffindbarer Geschosse, dann verbrachten die Jäger in der Saison 2013 ca. 14 Tonnen Blei in unsere Umwelt. Doch das sind sehr wohlwollende Zahlen. In Wirklichkeit schießen die Jäger viel öfter daneben und bürden der Umwelt viel, viel mehr Blei auf, wie in diesem Video zu sehen ist. Nach qualifizierten Schätzungen von Experten verteilen die Jäger mit ihren Fehlschüssen pro Jahr mehr als 100 Tonnen Blei in unserer Umwelt. Jedes Abfallunternehmen, dass auf die Idee kommen sollte, so viel Blei einfach in unserer Umwelt zu entsorgen, würde vor Gericht gezerrt und verurteilt werden. Jäger dürfen immer noch Jahr für Jahr unsere Umwelt vergiften. Es wird Zeit, dass wir ihnen das Handwerk legen!

 

Jäger als Naturschützer

Ein weit verbreitetes Argument für die Jagd ist die Hege. Viele Menschen wissen jedoch gar nicht was Hege bedeutet und glauben dass die Jäger alle Tiere im Wald füttern und aufpäppeln. In Wirklichkeit hegen die Jäger nur, was sie nachher schießen wollen. Rehe, Hirsche und Wildschweine, alle anderen Tiere gehen leer aus. Beim Niederwild (Hasen, Rebhühner, Fasane usw.) verstehen Jäger unter dem Begriff der Hege nur den massenhaften Abschuss von Füchsen und Mardern weil diese Tiere verhasste Beutekonkurrenten sind. Haben sie Fuchs und Marder erledigt, schießen sie danach auch das Niederwild.

 

In Deutschland werden alljährlich etwa 180.000  Rehe bei Wildunfällen im Straßenverkehr getötet. Diese unglaubliche Zahl wird einfach hingenommen. Wenn aber ein Luchs im Jahr 50 Rehe tötet, dann geraten einige Jäger in Panik und fürchten um ihre Abschusszahlen. Spricht man mit diesen Menschen, gewinnt man den Eindruck dass sie selbst an den Unsinn glauben, den sie zum Besten geben. Sie glauben wirklich dass sie dazu beitragen unsere Natur mit ihrer Waffe zu schützen und die Tiere zu erhalten.

 

Dabei haben wir es den Jägern zu verdanken, dass Wolf und Luchs hier lange als ausgerottet galten. Der Wolf ist aus eigener Kraft, gegen den Widerstand vieler Jäger, zurück gekehrt. Der Luchs wurde mit der Hilfe von Naturfreunden, ohne die Hilfe der Jäger, in unseren Wäldern erneut angesiedelt. Jäger haben Bär, Wisent und Elch ausgerottet und den Auerhahn an den Rand der Ausrottung gebracht. Man könnte diese Liste endlos weiter führen, trotzdem glauben diese Leute wirklich, dass sie die GUTEN HIRTEN in unserer Natur sind.

 

Viele von ihnen sind im Geiste vollkommen resistent gegen die unwiderlegbaren Beweise der Wissenschaft. Sie pochen weiterhin auf ihre veralteten Thesen und erzählen uns ihr Jägerlatein. So ist es längst wissenschaftlich bewiesen, dass der Wildbestand nicht durch die Beutegreifer geregelt wird. Die Zahl der Beutegreifer richtet sich immer nach der Population der Wildtiere. Jäger regulieren nicht, sie dezimieren nur und dies weder richtig, noch erfolgreich. 

 

Trotzdem wollen uns die Jäger immer noch erzählen, dass sie als Ersatz für die Raubtiere regulierend in der Natur eingreifen müssten. Immer noch hört man Sätze wie: “Wofür brauchen wir Bär, Luchs und Wolf? Unsere Väter wussten schon warum sie diese Räuber ausgerottet haben!“  „Alle Krummschnäbel gehören erschossen! Das Raubzeug frisst “unseren“ Wildbestand!“

 

Nur durch den gesetzlichen Schutz konnten sich die Bestände von Steinadler, Otter und Biber wieder erholen. Hätten wir diese Tiere den Jägern und ihrem “Naturschutz“ überlassen, wären sie jetzt wahrscheinlich ausgerottet. Jäger sind keine Naturschützer! Es käme ja auch niemand auf die Idee Metzger als Tierschützer zu beteichnen.

 

In unabhängigen Umfragen stellt sich immer wieder heraus, dass die Mehrheit der Deutschen die Jagd ablehnt. Wenn wir in anderen Ländern darauf pochen, dass dort Nashörner, Elefanten und Tiger geschützt werden, dann müssen wir bei uns mit der Abschaffung der Jagd beginnen.

 

Jäger und ihre Fähigkeiten

Jäger behaupten oft, die Tiere wären sofort tot, sie würden schmerzfrei sterben und nicht einmal den Schuss mehr hören. Doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge werden bei Drückjagden nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt, die überwiegende Mehrheit wird nur angeschossen. Den Tieren werden Augen, Ohren und Kiefer weg geschossen. Sie werden ins Gedärm und in die Läufe getroffen und müssen stundenlang leiden. Wenn tatsächlich eine Nachsuche erfolgt, werden etliche Tiere trotzdem nicht gefunden und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht oder sie überleben und laufen von nun an verkrüppelt durch den Wald. Viele Jäger sind bereits in Rente. Diesen alten Menschen ist eine effiziente Nachsuche aus rein körperlichen Gründen gar nicht möglich. Mit ihren knackenden Gelenken und ihren dicken Bäuchen sind sie gar nicht in der Lage dem verwundeten Wild zu folgen. Viele von ihnen schaffen es noch nicht einmal mehr auf einen Hochsitz zu klettern. Im Alter lässt die Sehkraft nach, das ist nun einmal ein biologischer Fakt. Trotzdem dürfen viele hoch betagte Greise noch immer eine Schusswaffe führen und ohne Nachweis ihres Könnens den großen Jägersmann spielen. Jeder LKW Fahrer muss ab dem fünfzigsten Lebensjahr nachweisen, dass er sein Fahrzeug noch immer beherrscht. Es kann unmöglich falsch sein, diesen Nachweis auch von den Jägern zu fordern. Denn es kommt ja nicht von ungefähr, dass Jäger immer wieder Pferde, Rinder oder Spaziergänger mit dem Wild verwechseln. Die Gefahr von einem Jäger tödlich getroffen zu werden, ist weitaus größer, als von einem Wolf angefallen zu werden.

 

Was kann man als Einzelner gegen die Jagd unternehmen?

Brandmarken sie die Jäger als das was sie sind. Nämlich hinterhältige Heckenschützen und Lusttöter. Kleben sie sich einen Aufkleber an das Heck ihres Autos und zeigen sie der Welt wie sie über die Jagd denken. Nehmen sie ihre Kamera und dokumentieren sie ihre Erlebnisse mit den Jägern. Nutzen sie das Internet für ihren Widerstand und vernetzen sie sich mit anderen Jagdgegnern. Machen sie mit bei Unterschriftenaktionen. Gehen sie auf Demonstrationen gegen die Jagd. Schreiben sie Leserbriefe in Zeitungen und lassen sie dort ihren Gefühlen freien Lauf. Nehmen sie Kontakt auf mit Politikern. Beginnen sie mit Kommunalpolitikern, gehen sie über zu Landespolitikern und dann zu denen im Bundestag. Sprechen sie mit den Jägern in ihrem Bekanntenkreis, leisten sie Überzeugungsarbeit.

 


 

 

Wenn sie selbst Grundstückseigentümer sind, dann ist die Zwangsmitgliedschaft in einem Jagdverein früherer Jahre jetzt null und nichtig. Sie müssen die Jagd auf ihrem Grundstück nicht mehr dulden! Schreiben sie an die zuständige Jagdgenossenschaft. Begründen Sie Ihren Austritt aus der Jagdgenossenschaft damit, dass sie die Jagdausübung und das Töten von Tieren auf ihrem Eigentum aus ethischen Gründen nicht länger akzeptieren. Weisen sie auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hin. Informieren sie auch die zuständige Jagdbehörde sowie den Jagdpächter, dass mit sofortiger Wirkung die Jagd auf ihrem Grund und Boden untersagt ist. (Bundesjagdgesetz)

 

Reden sie mit anderen Grundstücksbesitzern und klären sie die Leute darüber auf, dass sie die Jagd auf ihrem Grundstück nicht mehr dulden müssen. Oft wissen sogar Biobauern darüber nicht Bescheid. 

Wenn sie ein gut gefülltes Sparschwein besitzen, dann schlachten sie dieses Schwein um Wildschweine und andere wilde Tiere zu retten. Kaufen sie ein Stück Land und verbieten sie auf ihrem Grund und Boden die Jagd. So schlagen sie ein Loch in die ausgedehnten Jagdreviere, die unser ganzes Land überziehen. Noch sind in Deutschland die Gebiete in denen die Jagd erlaubt ist, in der Überzahl. Doch das könnte sich schnell ändern, wenn genügend Menschen die Jagd auf ihrem Land ablehnen.

 

Wenn sie selbst kein Land besitzen, dann unterstützen sie Organisationen wie zum Beispiel die Raincoast Conservation Foundation. Die kaufen Land an der Westküste Kanadas auf. Sie veranstalten jetzt öffentliche Jagden ohne Pulver und Blei. Nur mit der Kamera bewaffnet schützen sie die Grizzly Bären auf ihrem Land vor den echten Jägern.

 


 

 

Helfen sie bei der wieder Ansiedlung ausgestorbener oder ausgerotteter Tiere. Schauen sie sich im Internet an, welche Tiere in ihrer Region einmal heimisch waren und heute ausgestorben sind. Überprüfen sie ob der Lebensraum noch intakt ist und was man ändern müsste, um die ausgestorbenen Tiere erneut anzusiedeln. Befragen sie Biologen und Wissenschaftler, sprechen sie mit Zoodirektoren und auch mit den Jägern. Binden sie die Jäger in ihre Pläne ein und versuchen sie diese Menschen von ihrer Idee zu überzeugen. Denn wie man es im Bayerischen Wald sieht, funktioniert es ohne diese Überzeugungsarbeit nicht. Der Bayerische Wald gilt als das Bermudadreieck für Luchse. Die dort ausgewilderten Luchse werden noch immer illegal abgeschossen, in Fallen gefangen und vergiftet.  

Aus diesem Grund sollte sie sich so viele Mitstreiter wie möglich suchen. Schauen sie sich an wie die erneute Ansiedlung von Tieren in anderen Ländern abläuft und lernen sie aus den Erfahrungen die dort gemacht wurden. Gründen sie einen Verein zur wieder Ansiedlung ausgestorbener Tiere, haben sie Geduld und verlieren sie ihr Ziel nicht aus den Augen.  

 


 

Sollten sie in der Natur einen verrotteten und somit unbrauchbaren Hochsitz finden, machen sie ein Foto und melden sie ihren Fund mit der genauen Ortsangabe der zuständigen Jagdbehörde. Im Regelfall verpflichtet die Behörde den Jagdpächter zur Beseitigung des ehemaligen Hochsitzes und setzt ihm dafür eine Frist. Sollte auch nach einer gewissen Zeit nichts passiert sein, fragen sie ruhig noch einmal nach und machen sie klar, dass sie sich mit ihrem Fund an die Medien wenden werden. So lange der Jäger mit der Beseitigung der Altlast beschäftigt ist, kann er kein Tier erschießen.

 


 

 

Fragen sie im Ausland in den örtlichen Restaurants nach Spezialitäten. In vielen Ländern bekommt man immer noch gebratene Singvögel. In der EU stehen sie nicht mehr auf der Speisekarte, wenn man jedoch danach fragt bekommt man sie immer noch auf dem Teller serviert. Nehmen sie dieses Verbrechen mit ihrer Kamera auf und zeigen sie das Restaurant bei der örtlichen Polizei an. Berichten sie über ihr Erlebnis im Internet und warnen sie andere Urlauber in Bewertungsportalen vor diesem Restaurant. Damit enziehen sie den Vogeljägern und Fallestellern ihren Absatzmarkt.  

 


 

 

Als damals "Bruno" der Bär aus Italien kommend, nach Bayern einwanderte und sich nach Bärenart auf die Hintebeine stellte, wurde er sofort zu einem "Problembären". Nach dem er ein paar Schafe getötet hatte, geriet die Bayerische Staatsregierung in Panik, blies zur Jagd auf das blutrünstige Monster und rief sogar Berufsjägern aus Finnland herbei.

Immer wieder werden irgendwo in Deutschland Tiere zum "Problem" erklärt, weil sie entweder als gefährlich gelten oder weil sie sich zu stark vermehrt haben.

Die Jägerschaft hat dafür natürlich immer sofort die passende Lösung bereit. Mit Pulver und Blei wird dieses Problem dann schnell und gründlich gelöst. Viele Menschen haben nach einer solchen Lösung jedoch Bauchschmerzen. Sie fragen sich dann, ob es nicht eine bessere Lösung gegeben hätte.

 

In Ascheberg hat man eine solche Lösung gefunden. Dort fühlten sich Krähen in einer Kolonie so wohl, dass die Gemeinde Angst um ihre Touristen hatte. Man wollte zur üblichen Lösung greifen und die Tiere abschießen, aber da kam jemand auf die kluge Idee, mit den Krähen weitere Touristen anzulocken. So hat man in Ascheberg einfach einen Krähenlehrpfad geschaffen und zeigt den Touristen die Tiere als Attraktion. Diese ehemals todgeweihten Krähen sind lebend jetzt goldwert. Sie bringen der Gemeinde viele neue Besucher und noch mehr Geld ein.

 

Wenn es in ihrer Gemeinde auch ein "Problem" mit Tieren gibt, dann denken sie doch bitte erst einmal an die kluge Lösung in Ascheberg, bevor sie nach dem Jäger rufen. Nehmen sie ihr tierisches Problem als das was es ist. Ein Stück Reichtum der Natur! Nutzen sie diesen Reichtum und zerstören sie ihn nicht!

 


 

 

Bringen sie ihren Kindern Respekt vor der Natur bei und erzählen sie ihnen, dass alle Tiere ein Recht auf Leben haben. Erzählen sie ihnen, dass es Unrecht ist sie zu Jagen und dass man gegen dieses Unrecht kämpfen muss. Wenn bereits Kinder den Unterschied zwischen Recht und Unrecht kennen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie als Erwachsene eine Flinte in die Hand nehmen.

 

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