Solarofen

Die Sonne hat genug Energie für alle Menschen auf unserer Erde. Doch in vielen Entwicklungsländern garen die Menschen auch heute noch täglich ihre Nahrung über offenen Holzfeuern. Das Brennholz wird dafür in der Natur geschlagen. Jährlich sterben laut neusten Untersuchungen drei Millionen Menschen vorzeitig an Asthma, chronischer Bronchitis und Lungenkrebs. Ursache ist der Rauch ihrer offenen Feuerstellen. Wildtiere verlieren durch den Holzeinschlag ihren Lebensraum und das Oberflächenwasser verdunstet. So hat zum Beispiel Madagaskar den größten Teil seines Waldes, durch Abholzung verloren und ist zum großen Teil zu einer Wüste geworden. Der Wald wurde im wahrsten Sinne des Wortes verheizt. Dort wächst heute nur noch im Norden ein kleiner Rest des ehemals riesigen Urwaldes. Über 90% der Insel ist heute viel trockener, als noch vor wenigen Jahrzehnten und der Grundwasserspiegel ist um mehrere Meter gesunken. Wagt es doch ein dorniges Gestrüpp in diesem heißen Klima zu gedeihen, wird es früher oder später in einem Herdfeuer verbrannt. Die Menschen dort sagen, dass auf ihrer Insel kein Wald mehr wachsen kann, weil es nicht mehr genug regnet und es zu heiß ist. Doch das ist falsch! Es regnet deshalb nicht mehr genug, und es ist deshalb zu heiß, weil der Wald nicht mehr den Boden bedeckt und ihn vor der Sonne schützt. Würde man also den Wald auf Madagaskar erneut anpflanzen, die Bäumchen am Anfang bewässern und zu schattenspendenden Riesen heranwachsen lassen, würde es auf der Insel auch wieder viel mehr regnen. Die Entwaldung unseres Planeten schreitet mit unglaublicher Geschwindigkeit voran. Fairer weise muss man sagen, dass der industrielle Raubbau an den Wäldern, die Feuerholzsammler um ein Vielfaches übertrifft. Doch Feuerholz wird in großem Maße in äußerst sensiblen Regionen geschlagen. Besonders dramatisch ist das an den Rändern der Wüsten, wie der Sahelzone.

Was kann man als Europäer gegen die Ausbreitung der Wüsten in den Entwicklungsländern tun?

Das wichtigste ist die Aufklärung. Damit ist nicht der erhobene Zeigefinger des Oberlehrers gemeint, der auf die Probleme hinweist, aber keine Lösung bietet. Die Aufklärung muss immer mit der Problemlösung einhergehen. Bereits jetzt benutzen einige Menschen in den Entwicklungsländern einen Solarofen. Nur wissen viel zu Wenige wie einfach es ist, so einen Solarofen zu bauen und mit ihm zu Kochen. Hier eine kleine Bauanleitung.

Bauanleitung Solarofen

Mit diesem Solarofen kann man backen und kochen. Die Sonnenstrahlen dringen durch die Glasscheibe in das Innere und erwärmen die dunklen Flächen wie in einem Treibhaus. Die Wärme kann nicht wieder heraus und so steigt die Temperatur. Das gelingt jedoch nur, wenn der schmale Raum zwischen den in einander steckenden Kisten gut gedämmt ist und der Solarofen luftdicht gebaut ist. Mit einem Reflektor lenkt man zusätzliche Sonnenstrahlung in den Solarofen.
 

Maße sind nicht bewusst vorgegeben. Wichtig ist nur, dass der Solarofen groß genug für die Kochgeräte ist und dass ca. 5 cm Abstand für die Dämmung eingeplant werden.

 

Kleben oder nageln sie auf eine Grundplatte neun gleich große Abstandshalter aus Holz. Diese Abstandshalter sind nötig, weil die innere Kiste keinen direkten Kontakt zur Grundplatte haben soll. Nur dann hält sich die Hitze im Solarofen. Auf die Abstandshalter stellen sie eine kleine Kiste. Befestigen sie die kleine Kiste auf den Abstandshaltern.



Jetzt stopfen sie zerknülltes Papier als Dämmung zwischen den Boden der Kiste, der Grundplatte und zwischen die Abstandhalter. Dafür eignen sich auch Holzwolle, Kork oder ähnliche natürliche Dämmstoffe.



Nageln oder kleben sie vier Seitenteile an die Grundplatte und schaffen sie so eine größere Kiste, welche die kleinere Kiste umgibt. Füllen sie den Zwischenraum wieder mit einer Dämmung.



Schließen sie den Zwischenraum mit den zu gesägten Brettchen. Achten sie darauf, dass außen ein kleiner Rand stehen bleibt. Der Rand hält später die Glasscheibe an ihrem Platz.

 

Streichen sie den Innenraum der kleinen Kiste schwarz mit giftfreier Farbe oder kleben sie schwarze Kacheln an die Innenseite. Wenn sie kein Geld für Kacheln ausgeben möchten, legen sie den Boden mit flachen schwarzen Steinen aus. Dafür eignen sich Schieferplatten oder schwarz angemalte, flache Ziegelsteine. Die Steine speichern die Hitze und halten sie im Solarofen, wenn sie ihn einmal öffnen müssen.



 

Decken sie den Solarofen mit einer Glasplatte oder einer Plexiglasplatte ab. Mit Plexiglas als Abdeckung erreichen sie im Solarkocher noch höhere Temperaturen als mit einer Glasabdeckung. Legen sie zwei 1-2 mm dicke Plexiglasplatten übereinander, im Abstand von 5-10 mm.

 

Ein Klappdeckel schützt die Platte, wenn nicht gekocht wird. Bringt man an der Innenseite des Deckels einen Spiegel an oder klebt man Alufolie darauf, erhält man einen zusätzlichen Reflektor. Damit schafft man auch in Deutschland 120°C bis 150°C. Ein kleiner Steg hält den Deckel in seinem Winkel und verhindert ein plötzliches Zuklappen.

Richten sie den Solarofen nach der Sonne aus und justieren sie ihn etwa jede Stunde neu. Stellen sie den Topf mit dem Gargut auf einen Gitterrost oder auf drei kleine Steine, dann kann die Hitze auch unter dem Topf zirkulieren.

Tipps zum Umgang mit dem Solarofen

Kochen
 

Das Kochen mit dem Solarkocher ist vollkommen anders, als auf einem Herd. Weil man mit dem Solarkocher nicht so schnell kochen kann, sollte man rechtzeitig anfangen. So bald der Topf im Solarofen steht hat man den Vorteil, dass man sich von nun an nicht mehr viel um das Essen kümmern muss. Man achtet nur ab und an auf den Sonnenstand und auf die Temperatur. Ein Backofenthermometer leistet gute Dienste. Man muss nicht umrühren, denn es kann nichts anbrennen und auch nichts überkochen.
 

Wasser

 

Im Solarofen verwendet man nur wenig Wasser. Benutzt man vor geheiztes Wasser, z. B. aus einem schwarzen Kanister, den man in die Sonne stellt, reduziert sich die Kochzeit erheblich. Eier kocht man ganz ohne Wasser, in dem man sie einfach in den Ofen legt. Suppen sollte man stets als Konzentrat, mit ganz wenig Wasser kochen und sie dann mit heißem Wasser verdünnen.
 

Energieausnutzung

 

Zügeln sie ihre Neugierde und schauen sie nicht ständig in den Topf hinein. Jedes öffnen des Solarofens bedeutet Energieverlust und längere Garzeit.

 

Benutzen sie dunkle, dünne und flache Töpfe oder Pfannen mit einem gut schließenden Deckel. Bei windigem Wetter stellen sie den Solarkocher an einer geschützten Stelle auf. Ziehen einmal Wolken auf, geraten sie nicht in Panik. Die Steine auf dem Boden geben noch lange ihre Hitze ab. Wenn der Himmel sich vollständig verdunkelt, kochen sie auf dem Herd zu Ende.
 

Garzeit

 

Die Garzeit hängt von der Menge des Gargutes ab. Je mehr der Solarofen garen soll, desto länger dauert es. Im Vergleich zu einem Herd benötigt man etwa die doppelte Zeit. Eine deutliche Verkürzung erreicht man mit dunklen Steinen auf dem Boden des Solarofens.
 

Topflappen nicht vergessen

 

Wenn sie das Gargut herausnehmen, lassen sie erst einmal den heißen Dampf entweichen und achten sie darauf sich nicht daran zu verbrennen. Nehmen sie den Topf oder die Pfanne nur mit Topflappen aus dem Solarofen.

Was ein Solarkocher nicht kann

 
  • Braten
  • Frittieren
  • Sauce reduzieren
 
Geben sie ihr Wissen weiter
 
Nutzen sie ihre Auslandskontakte und mailen sie ihren Freunden die Bauanleitung und bitten sie darum, diese Mail weiter zu verbreiten. Wenn sie in einem Entwicklungsland Urlaub machen, in dem sie niemanden kennen, drucken sie sich die Bauanleitung aus und nehmen sie diese mit. Versuchen sie vor Ort mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und zeigen sie ihnen, wie sie mit einfachen Mitteln einen Solarofen bauen können. Mit einem Solarofen machen sie zwei Kinder glücklich. Diese Kinder müssen nicht mehr täglich in den Busch, dort Holz sammeln und es auf dem Kopf nach Hause tragen. Wenn sie niemanden in einem Entwicklungsland kennen und dort auch keinen Urlaub machen, bauen sie den Solarofen gemeinsam mit ihren Kindern und nutzen sie ihn zu hause im Garten oder auf dem Balkon und haben sie selbst ihre Freude daran. Sprechen sie mit ihren Nachbarn darüber, früher oder später wird sich eine Gelegenheit ergeben, die Bauanleitung zu verbreiten. Ihre Kinder werden in der Schule davon erzählen und der Nachbar auf der Arbeit. So ein Solarofen ist niemals umsonst gebaut. Zu guter Letzt noch ein wirklich gutes Video mit einer Bauanleitung. 

Wasserlinse

 

Die einfachste Konstruktion mit der man die Kraft der Sonne zum Kochen nutzen kann, ist die Wasserlinse. Bereits mit einem Durchmesser von nur einem Meter funktioniert sie bei ausreichender Sonneneinstrahlung hervorragend. Denken sie daran nach dem Kochen immer das Wasser abzulassen. In diesem Video wird gezeigt wie sie funktioniert. 

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