Totholz

In Urwäldern entsteht ständig neues Totholz durch Windwurf, Waldbrände, Blitzschlag oder durch massenhaftes Auftreten von Insekten, wie den Larven der Borkenkäfer.

Nicht nur im Urwald, sondern auch im Garten bietet Totholz vielen Tieren einen Lebensraum. Deshalb verbrennen sie die abgeschnittenen Äste ihrer zurück geschnittenen Bäume nicht. Wählen sie eine ruhige Ecke in ihrem Garten und stapeln sie dort das Totholz zu einem Haufen. Je dicker die Äste sind, umso besser! Füllen sie den Haufen mit Laub auf und bieten sie einer großen Anzahl von Käfern und Larven eine Überwinterungsmöglichkeit, ein Entwicklungs- und Rückzugsgebiet. Viele Arten werden diesen Haufen als Nistplatz nutzen und hier ihre Eier ablegen. Wertvolle Nützlinge für die Schädlingsbekämpfung, wie die Solitärbienen und die Solitärwespen werden sich einfinden. Auch Ohrwürmer, Schlupfwespen, Marienkäfer, Laufkäfer und Spinnen werden sie in ihrem Totholzhaufen finden. Er bietet Unterkunft für Erdkröten, Frösche, Molche, Zauneidechsen, Spitzmäuse, Igel und Mauerwiesel, außerdem Nistmöglichkeiten für Vögel wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Grasmücke. Wenn man Glück hat, findet man nach ein paar Jahren sogar Hirschkäfer in dem Totholzhaufen. Die Larven dieser Käfer benötigen je nach Qualität des Holzes drei bis fünf, manchmal auch bis zu acht Jahre für ihre Entwicklung. Am liebsten ist ihnen Holz, welches bereits von Pilzen durchsetzt und schön morsch ist. Wenn sie sich also für einen Totholzhaufen entschieden haben, lassen sie ihn so lange wie möglich liegen und füllen ihn Jahr für Jahr weiter auf. Denn jede vierte Käferart in Deutschland ist auf Totholz angewiesen,

60 % dieser Arten stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht.

 

Wenn sie keine Möglichkeit haben einen Totholzhaufen anzulegen, weil sie keinen Garten haben oder in der Stadt wohnen, warten sie auf den Mann mit dem ohrenbetäubenden Laubbläser. Sie kennen ihn! Das ist der Kerl, der sie an ihrem freien Tag früh um sieben Uhr mit seiner Höllenmaschine weckt. Gehen sie zu ihm hinaus, zupfen sie am Arm und reden sie mit ihm. Überzeugen sie ihn, dass er wenigstens einen großen Laubhaufen unter einem Gebüsch liegen lässt. Erklären sie ihm, wie wichtig der Laubhaufen für Igel, Insekten und Mäuse ist. Denn wo sollen Igel, Käfer, Spinnen, Tausendfüßer und Amphibien in unserer aufgeräumten Stadtlandschaft den Winter überleben? Wenn sie dann den Laubhaufen auch noch mit ein wenig Baumschnitt abdecken, damit die Blätter nicht vom Wind in der Gegend verteilt werden, haben sie den Tieren ihrer Umgebung mit dieser einfachen Maßnahme schon sehr geholfen.

Uralte lebende Bäume

In den Stämmen von uralten, knorrigen Bäumen brüten viele Vögel, wie Wiedehopf, Blauracke, Schellente, Gänsesäger, Waldbaumläufer, Gartenbaumläufer, Kleiber, Kohlmeise, Blaumeise und viele weitere Vögel. Sie bauen ihre Nester in Löcher, Spalten und unter loser Rinde, die man an jungen, gesunden Bäumen vergeblich sucht. Besonders in uralten Bäumen mit morschem Kern hackt der Specht seine Höhlen. Diese werden anschließend von Tauben, Fledermäusen und Käuzen genutzt. Damit sind noch längst nicht alle Tierarten genannt, die ihr Nest in den wirklich alten Bäumen bauen. All diese Tiere hätten einen Lebensraum, wenn auch der alte Obstbaum im Garten und die alte Buche im Wald einfach nur stehen bleiben dürfte. Wenn also keine Gefahr besteht, dass ihr alter Baum im Vorgarten auf die Garage des Nachbarn stürzen könnte, oder dass ein herab fallender, abgestorbener Ast einen Spaziergänger erschlägt, dann lassen sie die alten, morschen Bäume stehen und freuen sie sich an dem vielen Leben, welches sie beherbergen. Wenn so ein alter Baum dann doch irgendwann umgestürzt, wird er zu wertvollem Totholz.

Dies ist eine mit page4 erstellte kostenlose Webseite. Gestalte deine Eigene auf www.page4.com